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3. Aktivitäten der UNESCO‑Projekt‑Schulen / ASP1. Regelmäßige Kontakte mit anderen Schulen:
2. Schwerpunkte der UNESCO‑Projekt‑Schul‑Arbeit im Fachunterricht
3. Schwerpunkte der UNESCO‑Projekt‑Schulen‑Arbeit außerhalb des Unterrichts:
4. Schulprogramm
1. forumUnsere Beiträge für das forum im abgeschlossenen Schuljahr: ./. 2. (Über)regionale PresseIn der (über)regionalen Presse sind im abgeschlossenen Kalenderjahr ungefähr 3 Artikel über die UNESCO‑Arbeit unserer Schule erschienen. Die Originale oder gute Kopien werden bis Ende Januar für das forum (Pressespiegel) an die Regionalkoordination geschickt. 3. Radio/TV ./.
Folgende Anlagen sind beigefügt:
gez. Dörte Kolbe Materialien Nachhaltigkeit – ein Projektbeispiel aus unserer SchuleDie Schulpartnerschaft zwischen der Bismarckschule und dem 5. Lyzeum in PosenBesser als in dem Beitrag von Dr. Lothar Nettelmann und Ulrich Wehking in der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Bismarckschule kann die Nachhaltigkeit eines Projektes nicht dargestellt werden und wird daher ungekürzt beigefügt, des Weiteren ein Bericht in einer älteren Ausgabe unserer Schulzeitung. Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht eindeutig der interkulturelle Erziehungsgedanke, da Jugendliche aus Deutschland und Polen bei ihren Begegnungen zwar auch die leidvolle gemeinsame Geschichte diskutieren, aber sich vor Allem über ihr Leben in der Gegenwart austauschen sollen, um dabei noch immer vorhandene Vorurteile abzubauen. Positiv ist an dem Projekt neben den regelmäßigen Begegnungen zu vermerken, dass Ulrich Wehking als feste Bezugsperson jeweils von einem anderen Kollegen/einer anderen Kollegin begleitet wird, sodass unterschiedliche Fächer an dem (Gedanken-) Austausch beteiligt sind. Ein weiterer Aspekt, der das interkulturelle Lernen fördert, ist die Unterbringung in Familien und der Schulbesuch und der damit verbundene Einblick in das alltägliche Leben sowohl in Hannover als auch in Poznan. Verbesserungsfähig ist jedoch sicherlich die gemeinsame Arbeit an Projekten. Denkbar wäre hier z. B. der Aspekt „Welterbe“, der in der UNESCO-Arbeit der Bismarckschule bisher nicht verankert ist. Ausblick Im Zuge der Umgestaltung des UNESCO–Teams (Pensionierung der langjährigen Koordinatorin) wird es hinsichtlich der Arbeit und Aktivitäten zu einigen Veränderungen kommen, wobei neben die reinen Hilfsprojekte mit finanzieller Unterstützung wie z. B. in Äthiopien der neue Schwerpunkt Tansania treten wird. Die Hilfe beim Ausbau der Internatsschule in Mwanga wird fortgesetzt, und für die Osterferien 2008 ist ein erster Besuch von zwei Kollegen und sechs Schülerinnen der unesco-ag bei der Schule geplant. Auch die Mitarbeit am Baltic Sea Project soll wieder intensiviert werden, was seinen Ausdruck darin findet, dass im Schuljahr 2007/08 eine eigene AG dafür eingerichtet wurde. Die feste Verankerung von UNESCO – Themen in den Kerncurricula und im Schulprogramm wird ebenfalls dazu beitragen, dass sich das gesamte Kollegium, Eltern und Schüler noch mehr als bisher der UNESCO-Arbeit an der Bismarckschule verpflichtet fühlen und dies auch in regelmäßigen Dokumentationen belegen werden. Lothar Nettelmann und Ulrich Wehking: Schüleraustausch mit PolenEs wird immer wieder gefragt, wie es anfing und worin der Antrieb und die Motivation bestanden. Es ist immer die pädagogische Neugier, das Kennenlemen-Wollen des Fremden und Fernen, das dann zum Vertrauten und Nahen wird. Dieses galt und gilt für alle Aktivitäten, für die Austauschprogramme mit England, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Polen, der Türkei und den USA. Bezüglich Polens kam die Konfrontation mit der eigenen Geschichte und damit der unbewältigten Vergangenheit der Elterngeneration hinzu. Und diese ist abgeschlossen. Dazu haben wir unseren Beitrag geleistet. Entsprechendes gilt für andere Schillen in der Region Hannover: Gymnasien und Realschillen in Barsinghausen, Burgdorf, Letter und Garbsen und Hannover. Engagiert waren auch Schulen in Bremen, Hamburg und Göttingen. Unser Austausch war aber der erste, und er wurde kontinuierlich durchgehalten. Es ist darüber geschrieben und publiziert worden, z. B. von Eva Helms-Scholz, Michael Kronig, Lothar Nettelmann, Gerhard Voigt und Ulrich Wehking. Die über den Rand der Schille hinausgehenden Aktivitäten Vorträge und Seminare sowie Publikationen – waren die Folge eines Engagements, das mit Billigung und ausdrücklichem Wunsch des damaligen Schillleiters Ulrich Bauermeister erfolgte. Es wurde vom Niedersächsischen Kultusministerium unterstützt: Dr. Werner Remmers, Dr. Edigna Schrembs und Prof. Rolf Wernstedt. Auch das Hannoversche Rathaus stand engagiert hinter uns: Herbert Schmalstieg und Harald Böhlmann. Wesentlich war auch die Unterstützung durch die Niedersächsische Landeszentrale für Politische Bildung: Dr. Kaden, Dr. Wolfgang Scheel und Heinz Wunderlich. Auch die GEW unterstützte uns, z. B. Rolf Bade. Mit den geographischen, historischen, pädagogischen und sozialwissenschaftlichen, z. T. auch den germanistischen Instituten der Universitäten in Hannover und Oldenburg gab es mehrfach Beispiele der Zusammenarbeit auf didaktischer und wissenschaftlicher Ebene. Zu nennen sind auch die der Politischen Bildung bzw. Fortbildung dienenden Häuser in Braunlage, Celle-Hustedt, Sonnenberg, Vlotho und Lüneburg. Es erfüllt mit Trauer, dass das zentrale Haus Niedersachsens, die Landeszentrale für Politische Bildung, am 1.1.2004 aus nicht nachvollziehbaren Gründen geschlossen wurde und andere Häuser, die jahrzehntelang fruchtbare Bildungsarbeit geleistet haben und als Foren dienten, in ihrer Existenz bedroht sind. Wenn ein Schüleraustausch schon mehr als 20 Jahre erfolgt, so ist das ein Beweis für ein gegenseitiges freundschaftliches und kollegiales Engagement. Dies zeigte sich 1984, z. B. als die „Betonfraktion“ in Warschau – in menschenrechtswidriger Weise seit Jahren aus Ost-Berlin unter Druck gesetzt, wie man damals schon wusste oder erahnte – die vertrauensvolle Zusammenarbeit im pädagogischen Handeln, dem gegenseitigen Kennenlernen und Verstehen, auf die minimale Ebene von Freizeitveranstaltungen in den Ferien herabdrücken wollte. Diesem zu widerstehen und das unwürdige Ende abzuwenden, haben wir gemeinsam erreicht. Die Lösung bestand in Besuch und Gegenbesuch durchgeführten Projekten außerhalb der Schillen, verbunden mit dem traditionellen Schillbesuch und der Unterbringung in Familien ab 1987. Roman Henicz (Verstorben im Mai 2008), der langjährige Direktor unserer Partnerschule, wies auf den gemeinsam errungenen Erfolg, das stabile gegenseitige kollegiale und freundschaftliche Engagement hin, als wir im September 2003 Zwanzig Jahre Schüleraustausch in unserer Partnerschule in Poznań feierten. [L.N.] Lothar Nettelmann hat im ersten Teil von der pädagogischen Neugier als Antrieb gesprochen. Dazu gesellt sich natürlich die historische Neugier, die kulturelle Neugier, auch die kulinarische Neugier und vor allem die Neugier auf die Menschen in Polen. So würde ich meine persönliche Motivation umschreiben, die mich nun schon elf Jahre an dem Schüleraustausch teilnehmen lässt. (Gast)freundliche, interessante und vielseitig interessierte Menschen habe ich kennengelernt, humorvolle, selten schwierige, oft religiös verankerte. Dabei sind dauerhafte Freundschaften entstanden. Was die historische Neugier betrifft, kann gerade Posen die wechselvolle und spannungsreiche Geschichte zwischen Polen und Deutschen vor allem im 19. und 20. Jahrhundert verdeutlichen. Die Steine des Posener Schlosses z. B. atmen diese Geschichte. Dem dunkelsten Kapitel sind wir 2005 beim Besuch der Gedenkstätte Fort VII begegnet, einer alten Wehranlage, die im sich auflösenden Morgennebel einen geradezu idyllischen Anblick darbot, wo aber – zu einem Lager umfunktioniert – im Oktober 1939 zum ersten Mal psychisch Kranke von den Nazis mit Kohlenmonoxid vergast wurden und einen langsamen, qualvollen Tod gestorben sind. Von einem Erlebnis ganz anderer Art und damit die mögliche Spannbreite der Erfahrungen dokumentierend erzählt die Tagebuchnotiz der Schülerin K. Sanner aus dem Jahre 1997, als wir einen Ausflug in die Hohe Tatra machen durften: Schließlich besteigen wir erneut eine Bergbahn, die uns diesmal den ganz langen Weg bis zum 1990 m hohen Kasprowy Wierch-Gipfel hinaufruckelt, wo uns ein treffliches Gelände für eine Gratwanderung erwartet ... Die einen genießen einfach hier wie auch sonst überall Gespräche und Albereien in der Gruppe; die anderen lassen sich von den Flügeln der Intuition in andere Sphären tragen, bezaubert von der Weite, den Formen der Hänge und der Illusion von Freiheit, welche die Luft der Höhe erschafft ...
Neben Schulbesuch, Stadtrundgang, Tanztheater oder Konzert und zahlreichen
Freizeitaktivitäten gehört ein Tagesausflug In dem Brief eines polnischen Gastschülers hieß es: „Wir haben uns sehr gefreut, dass wir in der Woche für Alles Zeit gefunden haben, z.B. um über Themen zu diskutieren, die wohl allen jungen Menschen, egal aus welchem Land sie kommen, wichtig sind. Durch diese Gespräche konnten wir uns besser kennen und verstehen lernen und dabei viele Sachen aufklären, die uns auf den ersten Blick unterscheiden. Der Ausflug nach Hamburg hat uns auch unheimlich Spaß gemacht. Oder die Besichtigung des VW-Werks in Stöcken. Das war eine interessante Erfahrung.“ Und ein anderer Schüler schrieb: Aber am stärksten bleibt mir die Gastfreundlichkeit der Familien in Erinnerung. Sie haben gut für uns gesorgt und uns das Leben der deutschen Jugend von einer neuen Seite gezeigt. (Zitate aus: Zeitung der Bismarckschule Nr. 5, 1999, S. 19 f)
Diese Aussagen zeigen, dass das Gelingen des Austausches auch von der Qualität des Programms abhängt, aber vor allem von den Schülern selbst, der Harmonie in der Gruppe und zwischen den Gruppen, dem Sich-Wohlfühlen in der Gastfamilie, der funktionierenden Verständigung, wozu auch die Qualität der Sprachkenntnisse gehört, ob also die polnischen Schüler bereits über ausreichende Deutsch- oder beide Seiten über genügend Englischkenntnisse verfügen. Deshalb war es in den letzten Jahren oft hilfreich, dass aus Polen stammende Bismarckschüler am Austausch teilgenommen haben, wenngleich diese Begegnungen nicht zu den ursprünglichen Intentionen des Austauschs (Kennenlernen des Fremden und Femen) gehören. Auch das Alter der Teilnehmer hat Einfluss auf den Verlauf der Besuchswoche. Im Jahr 2005 z. B. stammten fast alle Schüler der deutschen Gruppe aus dem 10. Jahrgang, was dem Zusammenhalt sehr dienlich war. 1999 dagegen zerfiel die Gruppe in zwei Teile, da sie zu je fünfzig Prozent aus Zehnt- und Zwölftklässlern bestand, und ging in der freien Zeit verschiedene Wege. Seit 1995 bin ich zweimal mit Michael Kronig (der mich damals überredet hat mitzumachen), zweimal mit Hansjörg Rümelin, einmal mit Wilfried Haase und einmal im Jubiläumsjahr 2003 mit Lothar Nettelmann und Johannes Brockmann nach Posen gefahren und habe mit ihnen zusammen das Programm der Gegenbesuche organisiert. In den Jahren zuvor haben sich verschiedene Kolleginnen und Kollegen im Austausch engagiert: Michael Bockhorst, Till Büthe, Günther Fuchs, Inga Goy, Rose Jeanne und Marianne Strutz. Auf polnischer Seite sind die Lehrkräfte für Deutsch, Frau Ulanicka (seit 1995) und vor allem Herr Krolikowski, (seit 1997) unsere derzeit verlässlichen Ansprechpartner, ohne deren Engagement das Fortbestehen des Austausches schwer vorstellbar ist. Es heißt oft, der Austausch sei Routine geworden. Das ist zum Teil sicher richtig. Die Fahrten mit der Bahn sind problemlos, die Grenzkontrollen auch. Bewährte Programmpunkte werden fortgeführt und sind deshalb leichter zu organisieren. Noch 1995 lief die Kommunikation bei der Planung und Organisation fast ausschließlich über die Briefpost. Bis zu 14 Tage verstrichen, bis z. B. eine Anfrage beantwortet war. Als damals eine Schülerin krankheitsbedingt nicht mitkommen konnte, erfuhr die gastgebende Familie dies erst auf dem Posener Bahnhof. Die Enttäuschung war entsprechend groß. Heute benutzen wir Telefon, Fax, E-Mail und SMS, so dass beide Seiten beinahe zeitgleich auf dem neuesten Stand sind. Soweit Routine und Vereinfachung. Aber immer wieder bzw. immer noch ist es anstrengend, auf unserer Seite genügend Schüler(innen) zu finden, die mitfahren wollen bzw. bereit sind, die Gäste aus Posen zu beherbergen. 15 aus dem 9. bis 12. Jahrgang ist die angestrebte Zahl. Es waren in den letzten Jahren zwischen 11 und 14. Noch weniger gelingt es, dass sich identische Gruppen einmal in Posen und einmal in Hannover treffen. Auf polnischer Seite spielen für die Familien auch die Kosten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Posen ist eben nicht Paris, tönt es manchmal. Natürlich nicht. Aber auch nicht Peine, wie jemand einmal treffend konterte. Es sind noch zu viele falsche Bilder im Kopf der deutschen Schüler – von Polen, seinen Einwohnern, von Posen. Oft sind sie dann vor Ort überrascht, was diese Stadt alles zu bieten hat und was für gastfreundlichen Menschen sie begegnen. Und manch eine(r) fährt auch ein zweites Mal. Es bleibt also bei aller hilfreichen Routine sehr spannend: für die Schüler und Lehrer, die zum ersten Mal fahren, sowieso. Und für die Lehrer, die schon länger dabei sind, auch: Bekommen beide Seiten eine ausreichend große Gruppe zusammen? Harmonieren die beiden Gruppen untereinander und miteinander? Ist das Programm anspruchsvoll und interessant genug und lässt es trotzdem genug Platz für die Freizeitinteressen der Schüler? Reichen die Finanzmittel? Seit dem Jahr 2000 sind die Kosten des Besuchsprogramms größtenteils vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk getragen worden. Dazu kamen Zuschüsse des VEF, der Stadt Hannover, und vieles haben die Teilnehmer (Eltern, Lehrer, Schüler) selbst bezahlt. Was wäre ohne das Geld des DPJW überhaupt möglich? Und die unausweichliche Frage: Was habe ich persönlich von der Vorbereitung der Fahrt bzw. der Fahrt selbst und von der Organisation des Gegenbesuchs außer zusätzlicher Arbeit? Aber diese Frage habe ich schon am Anfang beantwortet. [U. W.] Literatur: Nettelmann, Lothar / Helms, Eva: Schüleraustausch Poznań. – Hannover. In: Arnoldshainer Texte Bd. 23. Frankfurt 1984. Voigt, Gerhard / Nettelmann, Lothar: Die Arbeit einer UNESCO-Schule: z.B. Schulpartnerschaften mit Polen und der Türkei, Oldenburger Vor-Drucke, Oldenburg 1990. Nettelmann, Lothar / Voigt, Gerhard (Hg.): Internationale Herausforderungen. Die Bismarckschule Hannover stellt ihre UNESCO-Arbeit vor. Vorwort: Prof. Rolf Wernstedt. Hannover 1992. Nettelmann, Lothar / Voigt, Gerhard (Hg.): Junge Deutsche und Polen begegnen sich. Schüleraustausch und Studienfahrten. Vorwort: Herbert Schmalstieg. 2. überarbeitete Auflage Hannover 1993. Kronig / Nettelmann / Voigt / Wehking: Reform – vom Gedanken zur Praxis. Für Ulrich Bauermeister. Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.v., Heft 10. Hannover 1998. Voigt, Gerhard, 1992: Schülerreisen nach Polen. Praxis Geographie, Jahrgang 22, Heft 4, April 1992: 44-46. Voigt, Gerhard, 1993: Schülerreisen und interkulturelle Erziehung. Kozeptionen und Erfahrungen aus der Arbeit einer UNESCO-Schule, Praxis Geographie, Jahrgang 23, Heft 7-8, Juli 1993: 30-32. Voigt, Gerhard, 1997: Polen und Deutsche – Eine schwierige Nachbarschaft? Wandel und Wahrnehmung. In: Schneider, Kurt (Red.), 1997: Polen und Deutsche – Eine schwierige Nachbarschaft? Texte zur Politischen Bildung Heft 25. Rosa-Luxemburg-Verein e.v. Leipzig: 5-25. Voigt, Gerhard, 2001: ›Grenzen‹ und ›Blöcke‹: Nationalstereotypen und symbolisches Alltagsverhalten in Europa. Mit Schülern im Ausland: Blockdenken, Transformationsprozesse und Zivilgesellschaft im unmittelbaren Erleben: Beispiele aus der DDR, aus Polen und aus Ungarn. politik unterricht aktuell, Mitteilungen aus dem Verband der Politiklehrer e.v., Hannover. 1-2/00. Hannover: 15-43. Voigt, Gerhard, 2001: Studienfahrten und Schüleraustausch. Tips und Erfahrungen. Geographie Heute, 22. Jahrgang, Heft 188, März 2001: 42-43. Lothar Nettelmann: Handlungsorientierung im Schüleraustausch mit Polen. In: Lothar Nettelmann (Hrsg.): »Europäische Umbrüche in deutsch-polnischer Perspektive. Reflexionen zur Entwicklungsdynamik in Mitteleuropa«. Hannover 2001. Schriftenreihe des UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, Sonderheft 1/2001, S. 69 – 83. Nettelmann, Lothar (Hrsg.): »Europäische Umbrüche in deutsch-polnischer Perspektive. Reflexionen zur Entwicklungsdynamik in Mitteleuropa«. Hannover 2001. Schriftenreihe des UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, Sonderheft 1/2001, S. 69 – 83. Quelle: Festschrift: 100 Jahre Bismarckschule Hannover. Festwoche 4.-9. September 2006. Erschienen in der Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V. Hannover 2006.
André Feldhaus / Sebastian Ude (12): Schülerfahrt nach Posen 2003Tanzen, T-Shirts, T 5-Bullis und TränenDas kurioseste Ereignis dieser Austausch fahrt haben wir, die Autoren dieses Berichts, leider verpasst. Freddy und Co. haben versucht zu tanzen, und das, wie uns erzählt wurde, gar nicht mal so schlecht (siehe Foto auf dem Cover). Eine Stunde Unterricht von einer professionellen Tanzlehrerin in der Posener Ballettschule. Zu modernen Rhythmen bewegten sich zwölf Bismarckschülerinnen und -schüler nach den Vorgaben der Lehrerin zusammen mit den weißrussischen Schülerinnen aus Minsk, die ebenfalls in dieser Woche Gäste des 5. Lyzeums waren und sich bei dieser Veranstaltung als besonders begabt erwiesen. Während also die anderen am Freitagmittag in der Ballettschule schwitzten, waren wir in einem Copy-Shop, um T-Shirts mit dem Bismarckschullogo vorn und dem Schulnamen hinten drucken zu lassen, damit wir am Samstag beim Umzug aller sich in dieser Woche in Posen aufhaltenden Jugendgruppen unsere Herkunft verdeutlichen konnten. Begonnen hatte die Reise am 07.09.03. Trotz der etwas mulmigen Gefühle aufgrund dreier fehlender Reisepässe (aber EU – Bürger werden schon seit Längerem auch mit „Perso“ hineingelassen) sollte es eine ausgelassene, fünfstündige Bahnfahrt werden. In Posen angekommen, wurden wir umgehend auf die auf dem Bahnsteig wartenden Gastfamilien verteilt, welche uns in der bevorstehenden Woche aufnahmen. Dabei wurden die Autoren dieses Berichts, auf unterschiedliche Weisen empfangen. Sebastian bekam noch auf der Türschwelle zur Stärkung ein polnisches Starkbier in die Hand gedrückt, während Andre ebenfalls harte Kost erhielt – einen Kriegsfilm über den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen. Zum Glück sollte sich die vermeintliche Antipathie gegen Deutsche als Missverständnis herausstellen. Obwohl nur ein kleiner Teil unserer Schüler des Polnischen mächtig war, gab es bei der Kommunikation kaum Schwierigkeiten, was auf die guten Deutsch- und Englisch-Kenntnisse auf polnischer Seite zurückzuführen ist.
Bedauerlicherweise sollte die Stadtrundfahrt durch Posen sehr kurz ausfallen, die sich auf die Besichtigung der Kathedrale und des Rathauses beschränkte. Immerhin wurden wir dabei mit in Posen gebauten nagelneuen T 5-Bullis von der Schule ins Stadtzentrum chauffiert - eine Werbeaktion von VW in dieser Woche, in der Jugendliche aus vielen Städten Europas zum „European youth meeting“ anlässlich der 750-Jahr-Feier Posens gekommen waren.
Zu den besonderen Erlebnissen zählt neben den zahlreichen privaten Aktivitäten, die man mit seinen Gastgebern ausübte, ganz sicher auch die Rückfahrt, wo wir eine Person zu viel waren. Fälschlicherweise hatte sich eine der polnischen Schülerinnen beim Verabschieden im Zug zu viel Zeit gelassen, sodass dieser losfuhr, bevor sie im Gedränge aussteigen konnte; sie konnte also erst 150 km westlich von Posen kurz vor der Grenze den EC verlassen, von wo aus sie dann zurückfahren musste. Wir freuten uns zwar über die charmante Begleitung, aber Ania empfand diese Panne eher als peinlich. Die Tagesfahrt nach Thorn mit den weißrussischen Schülerinnen aus Minsk - eigentlich ein weiteres Highlight - fiel bedauerlicherweise im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Insgesamt war das Wetter zwar recht gut, doch an diesem Tag regnete es wie aus Kübeln, was die ansonsten wunderschöne alte Stadt leider nicht richtig zur Geltung brachte.
Um so wärmer jedoch war das Wiedersehen von Karol und Bartosz Suchak, den beiden Brüdern, von denen der eine die Bismarckschule besucht und der· andere im Sommer 2002 – bis dahin auch Bismarckschüler – nach Thorn zurückgekehrt ist (siehe Interview). Nach den sieben Tagen hatte man sich soweit angefreundet, dass der Abschied jedem schwer fiel und auch Tränen flossen. Es wurden noch zahlreiche Geschenke ausgetauscht und gegenseitige Einladungen ausgesprochen. Am Sonntagnachmittag kamen wir dann alle recht erschöpft, aber glücklich wieder in Hannover an. Die ganze Gruppe war sich einig: Es war eine tolle Woche, die uns noch lange Gesprächsstoff und schöne Erinnerungen bringen wird. Quelle: Titelthema: Zeitung der Bismarckschule, Ausgabe 13, S. 4 ff. Andre Feldhaus/Sebastian Ude (12) Ulrich Wehking: Nach 20 Jahren erwachsen?Kurzer Bericht über den diesjährigen Schüleraustausch zwischen der Bismarckschule und dem 5. Lyzeum in Posen - vorgetragen auf der Gesamtkonferenz der Bismarckschule am 4.11.2003
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium! Ich schätze, 20 Jahre braucht ein Mensch im Durchschnitt, um erwachsen zu werden. Der Weg dorthin ist voller Widersprüche, Fortschritte, Rückschläge, Widerstände, die zu überwinden sind, Überraschungen, Loslösungen usw. 20 Jahre alt geworden ist in diesem Jahr der Schüleraustausch zwischen der Bismarckschule und dem 5. Lyzeum in Posen. Auch hier gab es Fortschritte und Rückschläge, v.a. in der mühsamen Anfangsphase, in der z.B. die Widerstände von Seiten der politischen Bürokratie in Warschau ausgehalten werden mussten. Es gab Eltern und Geburtshelfer wie Herrn Bauermeister und Herrn Henicz, die Schulleiter damals 1983, und Herrn Nettelmann, um die wichtigsten zu nennen, die seinerzeit für das Zur-Welt-Kommen und das Überleben ihres Kindes gekämpft haben. Es gab positive Überraschungen wie das Jahr 1989, mit dem vieles leichter wurde. Es gab und gibt Widersprüche: Viele Vorurteile wurden und werden überwunden, einige aber sind nicht totzukriegen. Die letzten 8 Jahre des Erwachsenwerdens habe ich mitbegleitet und war vor 8 Wochen vom 7. bis zum 14. September in Posen zusammen mit Herrn Nettelmann, 14 Schülerinnen und Schülern und mit Herrn Brockmann, der - sozusagen in offizieller Mission - 2 Tage lang dabei war. Wieder einmal war es vorher schwierig, eine ausreichende Anzahl von Schülern zu finden. 15 aus den Jahrgängen 9 bis 12 sollen es sein. Ein polnisches Gymnasium beherbergt nämlich nur die Jahrgänge 10 bis 12. Und 15 ist eine ideale Gruppengröße. Kurz vor Meldeschluss war aber erst ein Häuflein von 8 Wagemutigen beisammen. Vorurteile? Ängste gegenüber Polen? Falsche Bilder im Kopf? Bequemlichkeit? Mir scheint, hier stecken wir noch, um im Bild zu bleiben, in den Kinderschuhen oder bestenfalls in der Pubertät. Am Schluss kamen dann doch noch auf wundersame Weise die genannten 14 zusammen. Für die Aufnahme eines polnischen Gastschülers im nächsten Jahr hatte sich aber nur die Hälfte davon bereit erklärt, obwohl das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Immerhin hat sich diese Zahl etwas erhöht. Vor allem einige Jungen waren von ihren gastgebenden Familien, in erster Linie der Tochter des Hauses, so begeistert, dass sie ihre Vorbehalte aufgegeben haben. Die Trennung fiel so schwer, dass eine polnische Schülerin bei unserer Abfahrt nicht rechtzeitig den Zug verließ, so dass sie bis zur Grenze mitfahren musste. Es war eine abwechslungs- und erlebnisreiche, vom Wetter leider nicht immer begünstigte Woche. U.a. eine Tagesfahrt nach Thorn, den Geburtsort des Nikolaus Kopernikus. Beeindruckend das Tanztheater einer Amateurgruppe aus St. Petersburg und ein Konzert in dem wunderbaren Ambiente der Philharmonie in Posen, in der verschiedene Musikgruppen aus Schulen in Berlin, Dänemark, Posen, Minsk (Weißrussland) und Charkow (Ukraine) souverän ihre Kunst darboten: Chor, Streichorchester, Bigband. In diesen drei Variationen wurde auch die heimliche Europa-Hymne „Freude, schöner Götterfunken“ gespielt. Denn in diesem Jahr feiert Posen 750 Jahre Erhalt der Stadtrechte, und in dieser Woche Anfang September waren Schülergruppen aus ganz Europa eingeladen mitzufeiern beim sog. European youth meeting. Am letzten Tag fand ein Umzug aller Jugendgruppen durch die Straßen Posens statt. Eine Deutschlandfahne hatten wir dafür mitgebracht. Das darf man heute in Polen – es war sogar erwünscht. Aber die Schüler des 5. Lyzeums hatten T-Shirts mit eigenem Schullogo, wir nicht. 2 pfiffige Bismärcker – Sebastian Ude und André Feldhaus – besorgten sich daraufhin übers Internet unser Logo und ließen in einem Copy-Shop 16 T-Shirts für 432 Złoty, das sind 100.Euro, drucken, so dass unsere Herkunft bei dem Umzug nicht mehr zu übersehen war. Aber wir haben natürlich neben all diesen Programmpunkten auch das 20jährige Jubiläum des Schüleraustauschs gefeiert. Von unseren Gastgebern wurde am Montagmorgen in der provisorischen Aula mit einer kleinen Feier ein würdiger Rahmen geschaffen, in dem viele, die an dem Austausch mitgewirkt haben und mitwirken, geehrt wurden und wir diese Ehrung durch die sehr charmante Schulleiterin Frau Plotkowiak gern entgegengenommen haben. Tatsächlich ist der Austausch in vielerlei Hinsicht längst erwachsen geworden. Da Erwachsensein aber nicht heißt bzw. heißen darf: Endpunkt einer Entwicklung, Routine, Stagnation, faule Zufriedenheit oder besserwisserischer Pessimismus, gilt es, das Programm weiterzuentwickeln. Projektorientierung soll als ein mögliches Stichwort an dieser Stelle genügen. Machen Sie, liebe Eltern, Ihren Kindern Mut, daran teilzunehmen als Gast in Polen und als Gastgeber hier in Hannover, und unterstützen Sie sie dabei. Ebenso brauchen wir vor allem für die Programmgestaltung hier in Hannover weiterhin die finanzielle Hilfe von Seiten des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes, der Stadt Hannover und des VEF, denen ich für die bisher geleistete Unterstützung hier danken möchte.
Frau Plotkowiak überreicht die Medaillen Danke! Dziekuje: Ulrich Wehking Nachtrag: Für die erwähnte Ehrung hatte Herr Kramer, Künstler und Vater eines ehemaligen Schülers des 5. Lyzeums, eine schöne Medaille entworfen (s. Foto). Ein Exemplar haben Herr Nettelmann und ich stellvertretend Frau Bauermeister überreicht, die es an ihren erkrankten Mann weitergegeben hat. Sie hatte die Hoffnung, dass etwas davon noch an sein Bewusstsein dringt. Von Hannover nach Thorn Deutsch-polnische Brüderschaft Karol Suchak, Schüler der Bismarckschule und Teilnehmer der Austauschfahrt nach Posen im September 2003 interviewt .für die Schulzeitung seinen Bruder Bartosz. der im Sommer 2002 aus Hannover nach Thom zu seinem Vater zurückgekehrt ist und jetzt dort lebt.
Karol, Bartosz, Frederik K.: Wie geht es dir denn so nach über einem Jahr in Thorn? B.: Eigentlich gut, hätte aber auch besser sein können. K.: Fehlt dir hier etwas, was du in Hannover hattest? B.: Mir fehlen meine besten Freunde, mit denen ich die meiste Zeit verbracht hatte. K.: Wie gefällt dir die Schule in Thorn und wie sieht es mit deinen Leistungen aus? B.: Um ehrlich zu sein, die Schule ist hier viel schwieriger. In jedem Fach wird man jede dritte Stunde mit einem Test überprüft. Ich habe an zwei von fünf Tagen auch Nachmittagsunterricht, und, um auf dem Laufenden zu sein, lerne ich täglich mehrere Stunden. Das hat sich aber ausgezahlt. Ich bin bester Schüler meiner Schule und habe deshalb ein Stipendium vom polnischen Premier höchstpersönlich bekommen. K.: Hast du neue Freunde kennen gelernt? B.: Leider nein. Meine Klassenkameraden sind sehr oft eifersüchtig, weil ich aus Deutschland komme und vielleicht reicher bin als sie, was unser Verhältnis zueinander sehr erschwert. K.: Vermisst du die Bismarckschule? B.: Ich glaube schon, da dort ein Teil von mir zurückgeblieben ist K.: Kehrst du irgendwann nach Deutschland zurück? B.: Nein, da ich beschlossen habe, für immer hier zu bleiben. K.: Möchtest du noch irgendetwas los werden? B.: Ja. Ich grüße Fred, Nina, Chris, Daniel, Ude, Jeve, Son und Shervin. (grinst) Quelle: Zeitung der Bismarckschule • Ausgabe 13, S. 5-7 - Karol Suchak (12) Jerzy Królikowski: Erinnerungen an den Schüleraustausch mit der Bismarckschule 1983Ein Pole blickt in seine Schulzeit zurückDer Autor des folgenden Textes engagiert sich seit 1997 für den Austausch und ist mittlerweile die Säule bei der Organisation auf polnischer Seite. Jerzy Królikowski hat seine Erinnerungen für eine Jubiläumsbroschüre, die unserer polnischen Freunde erstellt haben, aufgeschrieben und erlaubt uns den erneuten Abdruck Als alles begann, war er Schüler am 5. Lyzeum. Der erste Schüleraustausch zwischen dem V. Liceum und der Bismarckschule hat in der Epoche der Teilung Europas in zwei verschiedene Systeme stattgefunden. Es herrschte damals auf unserem Kontinent eine Stimmung des Misstrauens.
In dieser Atmosphäre gab es zwei Personen, die die Risiken der Organisation eines Schüleraustausches auf sich nahmen. Das waren auf der polnischen Seite der Schulleiter Roman Henicz und auf der deutschen Seite der Schulleiter Ulrich Bauermeister. Sehr viel Mühe haben sich die zwei Deutschlehrerinnen Frau Danuta Szilajtis und Frau Ludwika Brodlo gegeben, nicht davon zu sprechen, was für die deutsch polnischen Beziehungen Lothar Nettelmann geleistet hat. Damals als Schüler hatte ich keine Ahnung von formalen Prozeduren. Ich hörte nur, dass Gäste aus Westdeutschland zu uns kommen. Weil ich nur Russisch und Englisch als Fremdsprachen hatte und dazu ausgerechnet die Deutschen den 2. Weltkrig begonnen hatten, hatte ich beschlossen, mein Interesse an diesem Ereignis nicht offen zu zeigen. Aber es ist alles anders als geplant verlaufen ... Schon am ersten Tag hatte ich dank meines Freundes Mikolaj Pietraszak die ganze deutsche Gruppe kennen gelernt und mich mit Matthias Hillmann angefreundet. Es stellte sich heraus, dass alle Jugendlichen sich sehr gut verstanden, dieselbe Musik hörten, die gleichen Filme sahen und große Zukunftspläne hatten. Die Gäste schliefen in einem Studentenheim, aber alle trafen sich auf gemeinsamen Parties. Die Tage des Schüleraustausches vergingen sehr schnell. Ein Jahr später - schon nach dem Abitur wurde ich von Matthias und seinen Eltern nach Hannover eingeladen! Ausgestattet mit Pass, Visum und 10$ in der Tasche bin ich durch den Eisernen Vorhang geschritten. Mit Matthias bin ich bis zum heutigen Tag gut befreundet - er bekam in diesem Jahr eine Tochter. Ich besuche seine Familie regelmäßig (schon zweimal am Heiligen Abend). Im Laufe der Zeit habe ich mein Germanistikstudium an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen beendet. Ich arbeite jetzt am V. Liceum und organisiere selbst seit ein paar Jahren den Schüleraustausch nach Hannover. Das Leben kann eine große Überraschung sein. Der Austausch geht weiter!Vom 26. September bis zum 2. Oktober 2006 besucht uns wieder eine Schülergruppe unserer Partnerschule in Posen hier in Hannover. Die Gäste sind etwa -16 bis 18 Jahre alt (10. -12. Jg.). Wir suchen noch ein paar Interessierte (ab dem 9. J g. aufwärts), die bereit sind, einen polnischen Gastschüler oder eine Gastschülerin in der genannten Woche zu beherbergen. Außer der Unterbringung und dem Essen entstehen keine weiteren Kosten. Bitte meldet euch bei Herrn Kronig, Herrn Nettelmann oder Herrn Wehking! Zeitung der Bismarckschule • Ausgabe 13 UNESCO - Aktivitäten an der Bismarckschule im Schuljahr 2006/07 05. - 09.09.2006 100-Jahr-Feier der Bismarckschule / 50 Jahre unesco-projekt-schule Sportfest, Schulfest, Festakt, Ball Ausstellung und Spendenaktion für Hilfsprojekte 24. - 27.09. 2006 Jahrestagung der unesco-projekt-schulen in Dillingen (Kb) 06. 11.2006 Tansania-Konferenz (unesco-ag, Hb, Kb, Sbl) 06. - 10.12.2006 Model United Nations in Berlin [BERMUN] (10 Schüler/innen + Zw) 05. 01. 2007 Treffen der unesco-ag mit der Schulleiterin der Partnerschule in Tansania (Hb, Kb, Sbl + 6 Schüler/innen) 10. - 12. 01. 2007 Regionaltagung der niedersächsischen unesco-projekt-schulen in Hildesheim 21. - 27.01.2007 THIMUN in Den Haag (Zw und 10 Schüler/innen) 20.02.2007 Tag der offenen Tür (Kuchenbuffet der unesco-ag für Tansania) 22.02.2007 Besuch der Regionalkoordinators H.-J. Rickert an der Bismarckschule (Bro, Hb, Kb und unesco-ag) ab 15.00 Uhr Sitzung der Arbeitsgruppe der niedersächsischen UNESCO-Projekt-Schulen 19. 04 . 2007 Arbeitssitzung in der Treskowschule Hannover (Kb, SBr) 13. 06. 2007 Arbeitssitzung in Hannover, Hedwigstr. (SBr) 13., 16., 17.07.2007 Projektlage „Kulturen der Welt“ diverse Ausstellungen von Schülerprojekten zu UNESCO-Themen und Spendenaktionen Dörte Kolbe: Noch ein Jubiläum 50 Jahre UNESCO - Arbeit an der Bismarckschule.Von der Modellschule zur unesco-projekt-schule
Die Bismarckschule war 1956 eine der ersten UNESCO Modellschulen und die erste in Niedersachsen. Diese Tatsache wird bei Regional- und Jahrestagungen beinahe ehrfurchtsvoll zur Kenntnis genommen, ist aber allein noch kein Qualitätsmerkmal, sondern eher eine ständige Herausforderung. Der folgende Beitrag will versuchen, die Entwicklung und einige Schwerpunkte in der UNESCO-Arbeit aufzuzeigen. Internationale Zusammenarbeit im Bereich der Erziehung, Wissenschaft und Kultur war das ursprüngliche Ziel der UNESCO, und – nomen est omen – die Modellschulen sollten mit ihren Unterrichtsmodellen einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten, indem sie Themen in ihre Curricula aufnahmen wie Ausländer in unserer Stadt, Indien, Der Islam, Lateinamerika zwischen gestern und morgen, die dann einen gewissen Vorbildcharakter für andere Schulen bekommen sollten. Bereits in den 1960er Jahren gab es neben den Unterrichtseinheiten die ersten Hilfsaktionen für unterentwickelte Länder, meist in Form von Spendenaufrufen. Im Vordergrund standen jedoch die Partnerschaften mit Schulen im Ausland wie z.B. den USA, der Türkei, Frankreich, Finnland und Polen. In zwei bis zweijährigem Wechsel fanden Besuche und Gegenbesuche statt, wobei die Schüler und Schülerinnen in den Gastfamilien wohnten, am Unterricht der jeweiligen Partner teilnahmen und natürlich in einem Ausflugsprogramm Eindrücke vom Land gewinnen konnten. Eine weitere Gelegenheit für Bismarckschü1er mit Schülern aus aller Welt zusammenzutreffen, ist seit vielen Jahren die MUN-AG. In mehreren Städten wie Berlin, Den Haag, Dublin oder Athen werden Modell-UN-Versammlungen als Rollenspiel abgehalten, und jede teilnehmende Schule vertritt ein ihr zugeteiltes Land. An anderer Stelle wird auf diese Veranstaltungen genauer eingegangen. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt der UNESCO-Arbeit an der Bismarckschule eindeutig hin zu den Eine-WeIt-Projekten, und es wurden Patenschaften in der so genannten 3. Welt ins Leben gerufen. Immer waren und sind es dabei die Kinder, für die sich unsere Schule besonders engagiert: die Fundacion Gabriel in La Paz, Bolivien, ein Westfälisches Kinderdorf in Peru, ein Heim in Addis Abeba, Äthiopien und seit einem Jahr die MSAFIRI-Primary-School in Tansania, deren Aufbau wir unterstützen. Für einen Jungen und ein Mädchen haben wir fur sechs Jahre die Patenschaft übernommen, indem wir ihr Schulgeld bezahlen. Vielleicht kann eine Gruppe Schülerinnen und Schüler der unesco-ag im nächsten Jahr der Schule in Tansania einen Besuch abstatten. Das wäre das erste Mal, dass sich ein wirklich persönlicher Kontakt zu einem Patenschaftsprojekt entwickeln könnte, nachdem es bisher nur Briefe, Fotos und e-Mails gegeben hat.
Ermöglicht werden alle finanziellen Hilfen durch Aktionen wie Sponsorenläufe, Spenden, eine Tombola oder Einnahmen bei Schulfesten. Spontane Spenden-Aktionen haben z.B. während des Bosnienkrieges und der Flutkatastrophe an der Elbe 2002 stattgefunden. Die Bismarckschule nimmt regelmäßig mit großem Erfolg den Internatonalen Projekttagen der unesco-projektschulen teil, die 1996 ins Leben gerufen wurden, als sich der Reaktorunfall in Tschernobyl zum zehnten Mal jährte. Damals war die zukünftige Energieversorgung das Thema. Es folgten Themen wie Menschenrechte, Begegnung der Kulturen und Lebenselixier Wasser. Schüler und Schülerinnen, die sich engagieren wollen, bekommen durch die UNESCO- Arbeit auch die Möglichkeit, an Workshops teilzunehmen, bei denen sie mit Schülern aus anderen Ländern an einem Thema arbeiten können. Das Baltic Sea Project soll hier stellvertretend für alle genannt werden: Gruppen aus den Anrainerstaaten der Ostsee treffen sich regelmäßig, um sich wissenschaftlich aber auch künstlerisch mit der Geschichte und den Problemen der Ostsee auseinander zu setzen. Ein neuer Themenbereich entstand nach den Ereignissen vom 11. September 2001: die niedersächsischen unesco-projekt-schulen initiierten einen so genannten europäisch-arabischen Dialog, da sie dem drohenden Religionskonflikt zwischen Islam und Christentum durch Gespräche und Begegnungen entgegen treten wollten. Seitdem fanden in Bonn, Lüneburg, Hannover und Göttingen Tagungen mit Lehrern und/oder Schülern statt, die einen Workshop in Tripoli, Libanon, im November 2005 vorbereiteten. Das Ergebnis ist ein Internetmagazin mit Informationen über die teilnehmenden Länder - Deutschland, Libanon, Palästina und Jordanien auf Englisch und Arabisch. Ein Thema, das die UNESCO-Arbeit in den nächsten Jahren erheblich beeinflussen wird, ist die von der UNO ausgerufene Dekade der Nachhaltigkeit, in der es um den Umgang mit Rohstoffen, erneuerbare Energien und die Versorgung aller Menschen mit gesunden Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser gehen wird. Die Herausforderungen, denen sich eine Schule - und im besonderen Maße eine unesco-projekt-schule - stellen muss, sind vielfältig. Ohne das Engagement der gesamten Schulöffentlichkeit - Lehrer, Eltern und S chüler-ist UNESCO-Arbeit nicht möglich, da sie Zeit, Organisationstalent und auch Geld kostet. Der Erfolg ist jedoch nicht mit Geld zu bezahlen: wir machen viele Menschen in fremden Ländern glücklich und geben ihnen eine Zukunftschance, und wir erziehen junge Menschen an der Bismarckschule zu toleranten und vorurteilsfreien Menschen, die sich für andere Menschen, ein friedliches Miteinander in der einen Welt und die Umwelt einsetzen. Dörte Kolbe, UNESCO – Koordinatorin, [Fotografien: Paul Hentschel] Quelle:
Festschrift: 100 Jahre Bismarckschule Hannover. Festwoche 4.-9. September
2006. Bernd Zwick: Die MUN (Model United Nations)-AGThe object of the MUN is to seek, through discussions, negotiations, and debate, solutions to· the various problems of the world, dealing with economic, social, environmental and cultural issues. The young delegates, in seeking solutions to these problems, can learn to break away from national interests and to develop true international cooperation. It gives them the opportunity to experience the work of the United Nations and to get to know the world of diplomacy. Dieses Zitat aus der Einladung zu einem MUN-Treffen in Oldenburg fasst sehr gut das Ziel der MUN-Arbeit zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in San Franzisko die Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in New York gegründet. Mittlerweile sind fast alle Länder der Erde Mitglied dieser Organisation, deren Aufgabe es u. a. ist, bewaffnete Konflikte, wo immer sie auftauchen mögen, einzudämmen, für die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte zu sorgen und Maßnahmen zum Umweltschutz vorzuschlagen bzw. zu unterstützen. Genau diese Arbeit wird von den Schülern in der MUN-AG simuliert. Erstmalig im Jahre 1988 ist eine Delegation der Bismarckschule nach Den Haag gereist um an der dortigen MUN-conference teilzunehmen. Unser ehemaliger Kollege Herr Waßmann hatte den Tipp von einer Kollegin aus Wentorf bei Hamburg erhalten. Seinerzeit kamen ca. 1500 Schüler aus 65 Nationen im Congresgebouw von Den Haag zusammen. In der Zwischenzeit ist die Zahl der teilnehmenden Schüler von Schulen aus aller Welt auf ca. 4500 gestiegen und der Veranstaltungsort an seine Grenzen gestoßen. Aus dem Raum Hannover sind außer der Bismarckschule auch das Gymnasium Isernhagen, die Käthe-Kollwitz-Schule und das Kurt-Schwitters-Gymnasium jedes Jahr mit je einer Delegation bei den THIMUN (The Hague Model United Nations) vertreten. Seit 1993 nehmen wir jeweils im November jeden Jahres an der MUN in Berlin (BERMUN) teil. Auch diese Veranstaltung ist stetig gewachsen, von ursprünglich ca. 120 Teilnehmern auf ca. 600 in 2005. Für die Bismarckschüler gilt BERMUN als Vorbereitung auf in der letzten Januarwoche stattfindenden THIMUN. MUN-Veranstaltungen werden
mittlerweile von vielen Die zu vertretenden Länder werden den Schulen drei Monate vor der Konferenz zugelost. Es ist schon spannend, sich in die Rolle eines Delegierten eines Landes wie Papua Neu Guinea, Belize, Griechenland oder Ecuador zu versetzen und als solcher die Sicht des Landes zu den jeweiligen Themen zu vertreten. Hierzu bedarf es einiger Vorarbeiten (research work) für das Erstellen von Resolutionsentwürfen (draft resolutions), die die Grundlage für die Debatten bei den MUN-Konferenzen sind. Es geht darum, mit den Delegierten anderer Länder in den jeweiligen Komitees einen Konsens zu finden. Die Debatten in den Kommissionen und Komitees werden von Schülern, die sich um die jeweiligen Posten bewerben müssen, geleitet. Seit einigen Jahren werden parallel zu der MUN-Vollversammlung auch Sitzungen des Internationalen Gerichtshofs (ICJ) abgehalten. Nur .besonders engagierten und motivierten Schüler gelingt die Aufnahme in dieses exklusive Gremium. In den letzten Jahren war die Bismarckschule sowohl in Berlin als auch in Den Haag mit Anwälten als auch Richtern im ICJ vertreten. Die Konferenzsprache ist grundsätzlich Englisch, was für die Nicht-Muttersprachler eine zusätzliche Herausforderung darstellt, zumal ein großer Teil der Delegierten aus englischsprachigen Ländern kommt. Besonders beim Lobbying, das den eigentlichen Debatten vorausgeht, bietet sich den Schülern die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit Schülern anderer Länder in Nationalitäten zu kommen und sich mit ihnen nicht nur über die Themen der Vereinten Nationen auszutauschen. Es ist noch zu erwähnen, dass alle Delegierten und ihre Betreuer während der Konferenz dem sogenannten Dress Code unterliegen, das heißt: sie müssen in angemessener Kleidung (Anzug, Krawatte, Kleid) auftreten, was dem Ganzen einen eindrucksvollen äußeren Rahmen gibt. Wichtiger als gute oder sehr gute Englischkenntnisse für die Teilnahme an der AG und den Konferenzen ist das grundlegende Interesse, sich mit internationalen Problemen und Konflikten auseinanderzusetzen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, was in gutem Einklang mit den Erziehungszielen der Bismarckschule als UNESCO-Projekt-Schule steht. Die Teilnahme an der AG wird für Schüler ab Klasse 10 empfohlen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass, wer erst einmal „Blut geleckt“ hat, bis zum Ende seiner Schulzeit dabeibleibt und sich auch um den Nachwuchs kümmert. Die Erfahrungen werden von Schülergeneration zu Schülergeneration weitergegeben. Die Aktivitäten der MUN-AG werden dankenswerterweise jedes Jahr von dem Verein der Eltern und Förderer der Bismarckschule (VEF) finanziell unterstützt und auch die Stadt Hannover leistet einen kleinen Beitrag, so dass die Kosten für die Schüler etwas gesenkt werden können.
THIMUN 2006 Quelle:
Festschrift: 100 Jahre Bismarckschule Hannover. Festwoche 4.-9. September
2006. Jutta Halstenberg: BSP- The Baltic Sea ProjectDie Bismarckschule ist auch eine BSP-Schule. Ziele des Baltic Sea Projects sind enviromnental awareness, international co operation, solutions, sustainable Development. Wesentliche Programme sind Water quality, Air quality, Rivers, Bird Ecology, BSP-Coast Watch, Phenological Studies, Enviromnental history. Hierzu finden Sommercamps statt, an denen Schülerinnen und Schüler der BSP-Schulen aus allen Ostseeanrainerstaaten teilnehmen. In Workshops können sich die Jugendlichen in wissenschaftlicher, kultureller und künstlerischer Weise mit dem Ökosystem Ostsee auseinandersetzen, größtenteils in englischer Sprache. Von dem BSP Sommercamp 1998 in Timmendorfer Strand an der Ostsee wurde die Idee des Korkensammelns in unsere Schule getragen. Seither wurden schon mehrere Korken-Sammelaktionen an der Bismarckschule durchgeführt. Das Motto des Sommercamps im August 2002 in Rostock, Warnemünde, Markgrafenheide lautete: Ein Raum zum Leben – ein Lebensraum. Auch hier war die Bismarckschule mit einigen Schülerinnen und Schülern vertreten. Im Juni 2003 hat die unesco-ag der Bismarckschule an der Abschlussveranstaltung Yesterday – Today – Tomorrow, zum Thema. Environmental history, der deutschen General-Koordination des Ostseeprojektes teilgenommen. Über 300 Jugendliche trafen sich auf dem Koppelsberg bei Plön, um in den Workshops gemeinsam zu arbeiten, aber auch Freizeit miteinander zu verbringen. Ern besonderes Highlight war sicherlich die Performance des Workshops Sounds, Rhythms & Performance. Das nächste Sommercamp ist in Planung. Quelle:
Festschrift: 100 Jahre Bismarckschule Hannover. Festwoche 4.-9. September
2006.
Gerhard Voigt: Wer ist der UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover?Eine VorstellungDer UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V., wurde vor bald drei Jahrzehnten von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und Vertretern der Elternschaft gegründet um die Arbeit der Bismarckschule Hannover als UNESCO-Projekt-Schule zu unterstützen und ihr breitere Öffentlichkeitswirksamkeit zu verschaffen. Damals bezeichneten sich die Schulen, die seit der frühen Nachkriegszeit erste Chancen internationaler Kontakte erproben wollten und sich an den interkulturellen Zielen der UNESCO orientierten, als UNESCO-Modellschulen. Die Bismarckschule Hannover gehörte zu den ersten Schulen in Deutschland, die sich in den fünfziger Jahren diesem internationalen Verbund anschlossen. Wir sehen darin eine frühe Form der Profilbildung und der Entwicklung eines Schulprogramms, wie es heute als Forderung an die Schulen gestellt und als aktuelles schulpolitisches Konzept vertreten wird. Der Modellcharakter dieser Schulen war erfolgreich. Viele Schulen sind in der Zwischenzeit internationale Schulpartnerschaften eingegangen, konzentrieren sich auf Patenschaften mit Schulen und Projekten in der »Dritten Welt« und pflegen regelmäßigen Schüleraustausch. Die UNESCO-Projekt-Schulen konzentrieren sich seither wieder auf besondere Projekte, die über den Schulalltag hinausgehen: Projekttage zur Friedenserziehung, Internationale Ökologische Verantwortung, Internationale Projekte zu Lage der Kinder und Jugendlichen ... Darüber wird an andere Stelle dieser Publikation von der UNESCO-AG der Bismarckschule Hannover ausführlicher berichtet. Wiederum sollen diese Projekte in der Öffentlichkeit Wirkung zeigen und das Bewusstsein für die Probleme einer interkulturellen Gesellschaft und die politischen und sozioökonomischen Veränderungen durch die Globalisierung und Universalisierung fördern helfen. Der UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.v., schafft eine Basis dafür,
Die Schriftenreihe Seit einigen Jahren wird die Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e. V. herausgegeben, deren Hefte im Buchhandel zu beziehen sind. Im Mittelpunkt stehen Berichte aus der Arbeit der Bismarckschule Hannover als UNESCO-Projekt-Schule z. B. über Studienfahrten oder Austauschfahrten. Aber auch allgemeine Publikationen über Interkulturelle Bildung als Ergebnis von Tagungen finden sich im Veröffentlichungsprogramm. Gerade ist eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover eV getroffen worden, nach der Buchpublikationen über das Deutsch-Polnische Verhältnis als Sonderhefte in die Schriftenreihe des UNESCO-Clubs aufgenommen werden. Mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft verbindet die Bismarckschule Hannover eine jahrzehntelange gemeinsame Arbeit und Kooperation, die über die lange existierende Schulpartnerschaft der Bis-marckschule Hannover mit einer Oberschule in Poznanl Posen weit hinausgeht. Ebenfalls wird eine Kooperation mit der Deutsch-Türkischen Vereinigung zum sozial- und geisteswissenschaftlichen Austausch (DTA), Hannover, die von Angehörigen des Soziologischen Instituts der Universität Hannover ausgeht, entwickelt, die die Schulpartnerschaft der Bismarckschule Han~over mit der Istanbul Lisesi (Deutsche Abteilung, Türkische Web-Site) inhaltlich einbindet und organisatorisch unterstützt (Türkei-Studienfahrt in den Osterferien 2005). Der Vertrieb der Publikationen des UNESCO-Clubs hat von Anfang an der Verband der Politiklehrer e.v., Hannover, übernommen, der sich den interkulturellen Zielen des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, eV, verbunden sieht und durch den gemeinsamen Vertrieb Synergieeffekte realisieren kann. Mitgliedschaft
Aktuelle Arbeit des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am MaschseeDie Berichte aus der Arbeit des UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.v., werden ebenso im Rahmen einer Internet-Seite veröffentlicht wie der Rechenschaftsbericht des Vorstandes und eine Auswahl der Publikationen aus der Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, eV Im Schuljahr 2001/2002 konnte der UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, eV, seine Arbeit auf eine breitere Basis stellen, da die Bismarckschule Hannover im InfoSCHUL-Projekt des BMfB+F im Schulverbund Hannover einige Zeit mitarbeitete und hier die Arbeitsergebnisse zum gewählten Projektthema Länderübergreifende elektronische Partnerschaften auf der Web-Site des UNESCO-Clubs (http://www.UNESCOClub-Hannover.de) vorgestellt und dokumentiert hat. Diese Berichte sind von den beteiligten Schülerinnen und Schüler erstellt. Sie werden durch Bilder und Graphiken aus dem Arbeitszusammenhang des InfoSCHUL-Projektes unterstützt. Der Sinn dieses InfoSCHUL-Projektes war es, die Kompetenz der teilnehmenden Sc~ulen in der unterrichtlichen Nutzung von Computern zu stärken und durch Tagungen und Schulungen einen bundesweiten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Aus Kostengründen haben sich die hannoverschen Schulen nur im genannten Projektabschnitt beteiligen können, doch hat auch die Bismarckschule Hannover von den Anregungen und der Vermittlung von Software und Hardware profitieren können. Zur endgültigen Implantierung dieser neuen Technologien wäre aber eine längere Projektdauer nützlich gewesen. Folgende Projekte sind im Rahmen der InfoSCHUL II-2 - Arbeit durchgeführt worden: Begegnung mit Polen Der Erdkunde-Leistungskurs der Klassenstufe 13 beschäftigte sich 2001/02 mit den Transformations-Prozessen in Polen und Osteuropa, mit der Geschichte und Geographie dieses Raumes und insbesondere mit der Kulturregion Galizien im grenzübergreifenden Kontext von Polen und der Ukraine. Vertieft wurde diese Arbeit durch eine Studienfahrt nach Krakow im Herbst 2001, die auf den oben schon erwähnten Internet-Seiten des UNESCO-Clubs dokumentiert worden ist. Der Ostseeraum Der Erdkunde-Grundkurs der Klassenstufe 12 mit dem Thema Stadtgeographie veranstaltet einen »Workshop« in Lübeck, bei dem im Anschluss an das Baltic Sea Project der UNESCO-Projekt-Schulen über die Möglichkeiten der geographischen Erfassung der Ostseeverbindungen in Geschichte und Gegenwart und ihre Umsetzung in heutige Kommunikationsformen im Rahmen des InfoSCHUL-Konzeptes gearbeitet wird. Stadtgeographischer „Workshop“ in Lübeck Der Erdkunde-Grundkurs der Klassenstufe 12 mit dem Thema Stadtgeographie veranstaltet einen »Workshop« in Lübeck, bei dem im Anschluss an das Baltic Sea Project der UNESCO-Projekt-Schulen über die Möglichkeiten der geographischen Erfassung der Ostseeverbindungen in Geschichte und Gegenwart und ihre Umsetzung in heutige Kommunikationsformen im Rahmen des InfoSCHUL-Konzeptes gearbeitet wird. Türkei als Partner EuropasEine Schülergruppe der Türkei-Arbeitsgemeinschaft der Bismarckschule Hannover wollte in den Osterferien 2002 eine Studienfahrt in die Türkei unternehmen, die leider aus Kostengründen storniert werden musste. Erst nach Ablauf des Info-SCHUL-Projektes 2002 konnte 2005 mit Kontakten und einer erfolgreichen Türkei-Reise wieder an dieses Projekt angeknüpft werden. Aufgegriffen wurde dieser Arbeitsschwerpunkt mit einer erneuten Verbindung mit unserer türkischen Partnerschule, der İstanbul Lisesi, über eMail-Kontakte während unserer Projektwoche im Sommer 2005. Zur Geschichte und Gegenwart des UNESCO-ClubsDie Anregung zur Gründung von UNESCO-Clubs kam von der UNESCO in Paris selbst und wurde von der Deutschen UNESCO-Kommission (DUC) propagiert. Sehr früh fühlte sich die Bismarckschule Hannover als UNESCO-Modellschule von dieser Initiative angesprochen und gründete unter tatkräftiger Initiative des damaligen UNESCO-Betreuers Herrn Dr. Kalthoff den UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e. V. als rechtsfähigen eingetragenen Verein mit gemeinnützigem Status. Erst im Laufe der Zeit wurde uns unsere Sonderstellung bewusst, dass wir der einzige UNESCO-Club in Deutschland waren, der personell und institutionell mit einer Schule verknüpft war. Das hatte und hat Vor- wie Nachteile. Auf der einen Seite ist das Reservoir der inhaltlichen Aktivitäten an einer UNESCO-Projekt-Schule erheblich größer und teilweise auch öffentlichkeitswirksamer als in einem frei schwebenden ideellen Verein. Unsere Bilanz der Aktivitäten ist daher zeitweise auch beeindruckend gewesen (könnte aber aktuell wieder erheblich verstärkt werden). Auf der an~deren Seite musste die Satzung des Vereins die beratende Vorstandsmitgliedschaft der Schulorgane der Schulleitung, Eltern- und Schülerschaft hinnehmen, um in der Schule selbst als schulische Organisation wirken zu können und die Ressourcen der Schule in Anspruch zu nehmen. Es kam und kommt jetzt darauf an, in welchem Maße die Schulorgane sich mit den Zielen und Möglichkeiten der UNESCO-Arbeit identifizieren, ob diese enge Verzahnung als Transmissionsriemen zwischen Schule und Öffentlichkeit wirkt oder eher als Hemmnis und retardierende Aktivitätsbremse. Dafür ist immer wieder aufs Neue Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten. Positiv in diesem Sinne war es, dass vor wenigen Jahren die Deutsche UNESCO-Kommission auch die UNESCO-Clubs neue aufgestellt hat und in verstärkte gegenseitige Aufmerksamkeit durch Erfahrungsaustausch, Kommunikation und ein offizielleres Erscheinungsbild bringt. Seither firmiert der UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e. V. parallel auch als UNESCO-Club Hannover und kann als solcher auch auf seiner Web-Site erreicht werden (http://www.unesco-club-hannover.de). wobei der Aufruf http://www.unesco-club-bismarckschule.de ebenso weiterhin zum Internetauftritt des Clubs führt. Inhaltlich bedeutet das aber, dass unser UNESCO-Club nach Prüfung von Satzung, Programm und Aktivitäten als geeignet erscheint, als UNESCO-Club auch die Region zu vertreten, was aber auch bedeutet, dass Mitglieder aufgenommen werden können, die nicht in unmittelbarer Beziehung zur Bismarckschule Hannover stehen. Damit ist verbunden die offizielle Genehmigung, die UNESCO-Signets in den eigenen Schriften und Internet-Auftritten zu verwenden. Bis hierhin war es ein langer Weg, an dem sich eine Vielzahl von Personen aktiv und bemüht beteiligt haben. Die besondere Bedeutung von Dr. Kalthoff, Englisch- und Geschichtslehrer der Bismarckschule Hannover, bei der Gründung des UNESCO-Clubs wurde schon hervorgehoben. Später wurden auch Schülerinnen und Schüler. in der Vorstandsarbeit tätig. So bemühte sich einige Jahre die Schülerin – später ehemalige Schülerin – Şehnaz Çelik als Vorsitzende besonders um den Arbeitsschwerpunkt Türkei und begleitete eine Reisegruppe auch auf einer Austausch- und Studienfahrt in die Türkei. Im Laufe der Zeit ergaben sich dann wechselnde Arbeitsvorhaben und Schwerpunkte, die meist aus der Schule heraus initiiert worden sind. So konnte die ehemalige Kollegin Bärbel Tasch für einige Zeit ein vom UNESCOClub mit betreutes Kontaktprogramm zu einer Schule in Oulu/Finnland aufbauen, worüber der UNESCO-Club ein Berichtsheft vorgelegt hat. Bis heute hat eine Patenschaft mit dem Hospital San Gabriel in La Paz / Bolivia Bestand und fruchtbare helfende Erfolge, über die in regelmäßigen Abständen ausführlich berichtet wird. Diese Berichte werden auch auf unserer Internet-Seite publiziert. Nur am Rande beteiligt war der UNESCO-Club bei einigen größeren privat organisierten Ferienreisen mit Schülerinnen und Schülern der Bismarckschule Hannover nach Skandinavien, Nordafrika, in den Iran und in den Nahen Osten, über: die Berichte in der Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e. V., erscheinen konnten, die neuerdings wieder auf unseren Internet-Seiten nachzulesen sind. Die gesamte Arbeit ist jedoch geprägt von dem Nebeneinander von schulinterner UNESCO-AG, um die sich vor allem bis heute die Kolleginnen Dörte Kolbe und Jutta Halstenberg kümmern und verdient gemacht haben, mit der eigentlichen Club-Arbeit, in der sich dann auch vor allem die Kollegen Ulrich Wehking mit der Betonung des Schwerpunktprogramms der Polen-Kontakte und daneben der Dritte-WeIt-Arbeit – parallel zum leider nicht mehr fortgeführten Dritte-Welt-Laden, der seinen offiziellen Status auch über den UNESCO-Club erhalten hatte – und Günter Fuchs engagierten, der bis heute die finanzielle Geschäftsführung inne hat. Augenblicklich ist der Verfasser dieser Zeilen Vorsitzender des UNESCO-Clubs, wünscht sich aber aus Altersgründen einen baldigen Nachfolger, um sich für die nächsten Jahre auf einige inhaltliche Arbeitsschwerpunkte auch nach seiner Pensionierung konzentrieren zu können, so auf die Verstärkung der Internet-Präsenz und vor allem die Fortführung der Türkei- und Orientkontakte. Quelle:
Festschrift: 100 Jahre Bismarckschule Hannover. Festwoche 4.-9. September
2006. liebe ProjektleiterIinnen, hier noch einige wichtige Informationen für das Vorbereitungstreffen am 02. Juli (7.Stunde) sowie für die Projekttage selbst.
Mit Ihrer Hilfe wird die Projektwoche hoffentlich zu einer guten Erfahrung für uns alle und zeigt, dass Lernen außerhalb des normalen Rahmens funktioniert und Spaß macht. Viele Grüße Karin Schibel Hannover, den 11.06.07 Projekttage: Angebotene Projekte
Kultur aus Afrika: Ton und Zeichenarbeiten Projekt "Tansania" Wissenschaft bei den Projekttagen Kulturelle Herkunft der Sternbilder Kryptographie: Zahlenreihen und Unmengen von Aufgaben verzieren den Projektgruppenraum In den letzten Tagen vor den Ferien wird noch kräftig gerechnet Verschönerung der Schule: Engagierte Schüler kümmern sich um den Erhalt unserer eigenen Schulkultur Flyer der unesco-ag der Bismarckschule 2007
An die neuen Mitschüler/innen der BismarckschuleWillkommen an der Bismarckschule,vielleicht habt Ihr schon davon gehört, dass Ihr jetzt zu einer UNESCO-Projektschule gehört und Ihr denkt Euch, was bedeutet UNESCO eigentlich. UNESCO bedeutet United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization. Übersetzt heißt dies Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Ab Jahrgang 7 könnt Ihr an der unesco-ag teilnehmen. In der AG kümmern wir uns um folgende Themen:
Eure unesco-ag der Bismarckschule
Leitidee„Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“ Dies ist die Leitidee der UNESCO. Sie steht in der Präambel ihrer Verfassung, die 37 Staaten am 16. November 1945 in London unterzeichnet haben. Arbeitsweise der UNESCODie UNESCO ist vor allem ein Forum zur globalen intellektuellen Zusammenarbeit. Sie ist keine Entwicklungshilfeorganisation oder Agentur zur Projektförderung. Sie baut weltweit Modellprojekte auf, bringt Wissenschaftler und Experten zusammen und berät die Regierungen in Fragen der Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Die UNESCO ist angewiesen auf die Zusammenarbeit mit anderen Partnern: Einrichtungen der Vereinten Nationen, Regierungen der Mitgliedstaaten, berufliche und wissenschaftliche Fachverbände, Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, UNESCO-Projektschulen, UNESCO-Clubs und andere Partner der Zivilgesellschaft. Ziele der UNESCO„Ziel der UNESCO ist es, durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Frieden: und der Sicherheit beizutragen, um in der ganzen Welt die Achtung vor Recht und Gerechtigkeit, vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten zu stärken, die den Völkern der Welt ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder Religion durch die Charta der Vereinten Nationen bestätigt worden sind.“ (Artikel I.1 der UNESCO-Verfassung) Ihr Ziel ist also Vertrauensbildung durch friedliche Zusammenarbeit. Karte der UNESCO-Schulen in Niedersachsen
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UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee,
Bismarckschule Hannover, e.V. Bearbeitungsstand: 01.05.2008 |