UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V.

 

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Schriftenreihe des UNESCO-Club für die
UNESCO-Schule am Maschsee,
Bismarckschule Hannover, e.V.

ISSN 0945-1536

 

VI

Türkei

 

 

VI. Türkei

1. Tage in der Türkei

2. Tuz Gölü

3. Kappadokien und Sultanhani

4. Konya

5. Die letzten Tage in der Türkei

Impressum des Buches

Zu den übrigen Aufsätzen des Bandes

 
 

VI. Türkei

1. Tage in der Türkei

Die Türkei nahm in unserer Reiseplanung eine vermittelnde Stellung ein. Als Schwerpunkt­thema konnte sie angesichts der inhaltlichen Fülle unserer weiteren Ziele im Nahen Osten nicht gewählt wer­den. Es erleichterte uns unsere Entscheidung, daß wir von der Bismarck­schule Hannover aus regel­mäßige Kontakte zur Türkei unterhalten und 1985 die Türkei schon einmal im Zusammenhang mit dem Besuch unserer Partnerschule in Istanbul intensiv bereist hatten. Nach der Orientreise wurde dann an unserer Schule wieder eine Türkei-Arbeitsgemeinschaft gegründet, und parallel dazu wurden in einer ganzen Reihe von Fächern Kurse für die zwölfte Klassenstufe an­geboten, die sich speziell mit türkischen oder, allgemeiner, nahöstlichen Themen befaßten. Die in Aussicht genommene neue Tür­keireise 1988 ließ sich dann aber leider doch nicht realisieren: die Teilnehmerzahl in der Türkei-AG blieb zu klein und für viele Schüler blieben leider die auf einen an­deren Zeitpunkt terminierten Studi­enfahrten der Leistungskurse wichtiger. In Zukunft muß wohl dar­auf geachtet werden, daß die Arbeit am Scherpunkt „Türkei“ nicht so exklusiv auf eine Klassen­stufe beschränkt bleibt, sondern als Ange­bot für die ganze Schule erstanden wird. Nur so kann auch die Partnerschaft mit dem Istanbul Lisesi wieder stärker mit Leben gefüllt werden.

Während unseres Aufenthaltes in Istanbul bei unserer Orientreise wurden unsere Hoffnungen auf einen erneuten Kontakt mit dieser Schule leider enttäuscht, obwohl wir zuvor in einem Schrift­wech­sel mit der Direktion der Schule standen, der als Einladung aufgefaßt werden konnte, und unsere Reisedaten der Schule bekannt waren.

Doch gibt es zwei Probleme in dieser Situation: Die langen türkischen Sommerferien, in denen nur einige Stützkurse für schwächere Schüler stattfinden, verursachten die Abwesenheit von An­sprechpartnern, vor allem auch unter den deutschen Gastlehrern dieser Schule. Zudem ist die Schul­organisation in der Türkei traditionell durch starke Hierarchisierung recht unflexibel, so daß ein Be­such wohl nur in der eigentlichen Unterrichtszeit stattfinden kann. Vom Campingplatz in Istanbul aus haben wir es zwei Tage lang telefonisch, auch mit Hilfe türkisch sprechender Bekannter, ersucht, mit der Schule zu einer Terminvereinbarung zu kommen, doch trafen wir durchweg nur Hausmeister und nicht zuständige andere Personen an; Anrufe bei anderen uns mitgeteilten Telefonnummern blieben erfolglos. So hoffen wir, daß wir in Zukunft erst einmal wieder auf schriftlichem Wege, nachdem wir für unsere Partnerschule vor einiger Zeit eine größere Anzahl von Briefbekanntschaften unter Schü­lern ermittelt hatten, ins Gespräch kommen, um spätere persönliche Kontakte vorzubereiten.

Was fiel uns in der Türkei nun auf? Einige unserer Reiseteilnehmer waren schon im Herbst 1985 mit dabei. Für sie war der Eindruck des Eintauchens in die fremde Welt des Islams und des Orientes, der wir hier erstmals begegneten, nichts Neues. Für diejenigen, die zum ersten Mal in die Türkei kommen, ist darüber hinaus zunächst die Größe und Vielgestaltigkeit des Landes beeindruckend.

Da wir ein komplettes Nord-Süd-Profil durchfahren, erhalten wir einen guten Eindruck vom naturlandschaftlichen Wandel und vom Wechsel der Kulturräume. Der zweite Blick führt uns dann alsbald in historische Tiefen. Auch wenn wir auf dieser Reise die Beschäftigung mit den vorhellenisti­schen Kulturen Anatoliens – Hethiter, Lydier, Assyrer u.a. – ausgeklammert lassen und auch nicht die griechischen Kulturgebiete an der Ägäisküste besuchen, ist die stete Konfrontation mit der Ver­gan­genheit Anstoß zur Nachdenklichkeit.

Mit einem relativ jungen, aber nicht weniger großartigen Beispiel der klassischen osmanischen Zeit begann so auch unser Besichtigungsprogramm in Edirne: Mit dem Besuch in der Selimiye Mo­schee des bedeutendsten türkischen Baumeisters, Sinan, der hier sein Lebensziel erreichte, eine Kup­pel, im Durchmesser einige Zentimeter größer als die der Hagia Sophia in Istanbul, zu errichten und dennoch keinen Abklatsch des byzantinischen Vorbildes, sondern eine ganz eigene Schöpfung aus dem Geiste und Raumempfinden des Islams heraus zu gestalten.

Dieses Meisterwerk islamischer Kunst konnte als Schlüssel zum Verständnis der hohen Kultur dieses Landes dienen in der lichten Helligkeit, harmonischen Farbgebung und ausgewogenen Propor­tionierung des zentralen Kuppelbaus, bei dem die außergewöhnliche Größe doch keineswegs erdrüc­kend oder beängstigend wirkt, sondern Maß der unendlichen Nähe und Allgegenwart Gottes wird. Es wird interessant für uns, am folgenden Tag in Istanbul die Schwestermoschee Süleymaniye Camii, städtebauliche Krönung des Bazar- und Altstadtviertels dieser Metropole, zu besichtigen, die in ähn­li­cher Größe doch ein völlig anderes architektonisches und statisches Raumkonzept vertritt. Sie ist mit zwei den Hauptkuppelraum stützenden Halbkuppeln, dem architektonischen Grundgedanken der Hagia Sophia, der steten Herausforderung Sinans, noch näher, doch mit dem Ergebnis, daß das glei­che statische Prinzip hier ein genau konträres Raumempfinden hervorruft: Die Außenwände treten zurück, statische Schere und Funktionalität lösen sich auf zu Leichtigkeit und Lichtoffenheit – wie, mit anderen Mitteln, dem hexagonalen, symmetrischen Zentralbau, in Edirne! –; ganz im Gegensatz zur Hagia Sophia, wo feierliche Dämmerung, schere Säulen und dunkler Marmor Andacht durch Re­präsentation von Macht, Feierlichkeit und Ehrfurcht erzwingen.

Diese Besichtigung stand dann am Dienstag, 30.6., unserem zweiten Tag in Istanbul, auf dem Programm, zusammen, was die räumliche Nachbarschaft nahelegt, mit dem alten Sultanspalast, dem Topkapx Sarayx mit seinem Übermaß an Schätzen, Schmuck, Waffen, Zeremonialgewändern und Uniformen und der wohl, nach Mekka und Medina, reichhaltigsten Sammlung islamischer Reliquien, wie dem Fußabdruck, der Sandale und dem Barthaar Muhammads. Sie auch machen diesen Teil des Topkapx Sarayx zu einem beliebten islamischen Wallfahrtsort, seit er, nach Gründung der Türkischen Republik, zu einem öffentlich zugänglichen Museum gemacht worden ist. Ebenso ist heute auch die Hagia Sophia ein weltliches Museum der Türkischen Republik, wogegen sich fundamentalistische islamische Kreise in der Türkei bis heute enden. Zar wurde sie zuerst als christliche Haupt- und Hof­kirche gebaut, war dann aber seit der Eroberung Konstantinopels durch Mehmet den Eroberer die wichtigste Moschee des expandierenden türkischen Reiches. In der osmanischen Zeit wurden außen neben stützenden zusätzlichen Bogenkostruktionen auch die vier Minarette hinzugebaut.

Die Fülle der Erlebnisangebote Istanbuls läßt sich in einem kurzen Aufenthalt nicht ausschöpfen. Nur ein erster Blick auf Stadtkultur und Geschichte, auf das heutige Leben in der Achtmillionenstadt, ist uns möglich gewesen. Diese Stadt wächst noch immer ständig, und ihre neuen Viertel wachsen bis weit in den asiatischen Teil hinein – um sie anzuknüpfen wurde ja kürzlich die zweite Bosporus­brücke eröffnet -. Trotz der Kürze war auch dieser Besuch sinnvoll und erinnernswert. Auch das ge­meinsame Essen in einem kleinen Lokal innerhalb des Gedeckten Bazars ist durchaus touristisch zu sehen, ist aber auch ein erster Einblick in die alltäglichen Seiten des türkischen Stadtlebens.

Daß dieses Alltagsleben durchaus unterschiedliche Züge trägt, zeigt uns allein schon die nähere Umgebung unseres Campingplatzes an der „Londra“-Ausfallstraße in Richtung Flughafen, Edirne oder Griechenland – einer der meistbefahrenen Autobahnen in der Türkei überhaupt: sechs Fahrspu­ren und jeweils zweispurige Parallelstraßen neben der Autobahn für den Lokalverkehr, von denen nur alle paar Kilometer Überfahrten möglich sind. Der Fußgängerstrom muß durch Brücken über diese Ausfallstraße geführt werden, die durch eine viele Kilometer lange Stadtbaustelle führt. Hier werden nicht Häuser oder Blöcke, sondern gleich ganze Städte für zehntausende von Einwohnern gebaut. Und das nicht nur heute, sondern, sich immer weiter vorwärts schiebend, schon seit Jahren und si­cherlich auch noch viele Jahre in die Zukunft hinein.

Daß hier keine architektonischen oder städtebaulichen Meisterwerke oder Kunstwerke zu er­war­ten sind, ersteht sich von selbst. Aber wenn man die endlosen Slumgebiete der Großstadt, mit Gece­kondu-(„Über-Nacht-gebauten“) Hütten über ganze Stadtviertel hin, sieht, wird die Notwen­digkeit, dieses Elend durch staatlichen Wohnungsbau aufzufangen, verständlich. Daß am Rande die­ses Bau­booms auch dreiste Boden- und Finanzspekulation gedeiht, daß sich unseriöse Bau- und Maklerfir­men gesundgestoßen haben, ist wohl bei dieser kaum zu kontrollierenden, aber notwendi­gen Entwick­lungdynamik unvermeidlich.

Zwei Tage Istanbul, drei Campingplatzübernachtungen bei „Londra-Camping“, in eine lange Reihe von LKW-Abstellplätzen, Speditionsfirmen und Tankstellen eingepaßt, aber dennoch bequem und sehr sauber. Ein gern frequentierter Simming-pool stand nach den anstrengenden Besichtigungen allzeit zur Rekreation bereit. Die Erinnerungen sind so vielfältig, daß es kaum zu glauben ist, daß uns unser Weg schon so bald wieder weiter führte, über die „alte“ Bosporusbrücke auf die Autobahn nach Ankara, hinein in das zentrale anatolische Hochland.

2. Tuz Gölü

Die anatolische Hochfläche ist nun zu überqueren. Geschichtsträchtiger Boden, eine Landschaft mit ganz anderen Reizen, als sie uns von der Fahrt durch den Balkan vertraut sind. Immer war Anatolien Durchzugsland für Reisende und Heere, Marco Polo und Kreuzritter, Pilger und Händler. Viele von ihnen kannten nur das Ziel, die endlosen Weiten der Hochflächen und die schroffen Schluchten der Randgebirge möglichst schnell hinter sich zu bringen. Doch immer wieder ein Anhalten, Atemholen vor der urtümlichen Schönheit dieses Landes selbst, die viel zu eindringlich ist, als daß sie schnell wie Staub wieder von den Schuhen abzustreifen wäre. Aber dieser Konflikt zischen dem unaufhaltsamen Drang, zu noch unbekannteren, ferneren Zielen vordringen zu wollen, um dabei die Gegenwart mög­lichst schnell hinter sich zu lassen, hin zu Zielen, die letztlich unerreichbar, Phantasie sind, und dem Überwältigtsein von den auf uns einstürzenden Eindrücken brach in unserer Reisegruppe hier erstma­lig mit ganzer Heftigkeit auf; vielleicht nicht nur zischen den einzelnen Reisenden, sondern ab und an auch in den Menschen selbst. Doch Anatolien ist für unsere Reisekonzeption nicht nur Durchreise­land, sondern Erlebnisschlüssel für das, was uns als Orient noch begegnen wird.

Der Aufbruch von Istanbul aus war prosaisch. Abfahrt vom Campingplatz an der Londra-Aus­fallstraße und Einfädeln in den dichten Autobahnverkehr, der uns auf der neuen Umgebungsstraße westlich und nördlich der Stadt zur großen Bosporusbrücke mitschleppt. Nur ganz flüchtig im Tal­ein­schnitt erhaschen wir noch einmal einen Blick auf das Goldene Horn, um uns dann ganz dem zu­zu­wenden, was vor uns liegt: Asien. Meine erste Fahrt in das Innere der Türkei, im Spätsommer 1970 auf der Fahrt nach Iran, war noch schwieriger: Nach mühsamer Fahrt durch das Gewühle der Groß­stadt, das schon damals beängstigende Ausmaße angenommen hatte, lange Wartezeiten am Fähranle­ger und dann Übersetzen mit der Bosporusfähre. Damals war Istanbul noch näher, präsenter, und das Auto noch mehr – meist recht langsames – Beförderungsmittel, eingekeilt in das städtische Handeln und Treiben, und nicht, wie heute auf der Autobahn, vorbeihuschender, abgehobener Sitz­platz unbe­teiligter Zuschauer, für die die Autoscheiben eher nur Projektionsscheiben eines irrealen, vorüberflie­genden Filmes der Städte, Landschaften und Menschen sind und von dem aus ein Anhal­ten eine längst vorher zu planende und verkehrsgerecht abzuwickelnde Staatsaktion wird. So not­wendig die Autos für viele Reisepläne geworden sind, viele notwendigen Kontakte und Einsichten verhindern sie, sie werden leicht zum Selbstzweck des Immer-weiter, der permanenten Verdrängung der Gegenwart durch die Zukunft. Ich habe dagegen angekämpft, auch zum Verdruß der Mitfahrer, die oft nur Fahr­genuß in Geschwindigkeit und zurückgelegter Entfernung erlebten, und bestand auf dem Anhalten dort, wo ein schnelles vorbeifahren zu flüchtig, den möglichen Eindrücken nicht ge­recht werden konnte. Diese Halte waren dann die berüchtigten „Fotostopps"!

Die Fahrt entlang der letzten Ausläufer des Marmarameeres bis Izmit ist belanglose Autobahn­fahrt auf einer der meistbefahrenen Verkehrslinien der Türkei. Die Wirtschaftsagglomeration Istanbul wächst unaufhaltsam entlang der Uferlinien in Richtung Izmit; Wohnvorstädte und neue Industrie­standorte erstrecken sich neben der Autobahn, Werften und Schiffsanleger sind ebenso zu sehen wie die mit Lkws vollgestellten Höfe der großen Transportunternehmen, die von hier aus in die letzten Winkel der Türkei aufbrechen.

Die sich verjüngende Wasserfläche des Izmitkörfezi ist ein ertrunkenes Flußtal in einer tektoni­schen Bruchzone zischen dem Kayalx Daä, der zu den Randzügen des Schwarzen Meeres zählt, und einer Hügelkette, die mit dem Tazdaä als Landzunge in das Marmarameer hinausreicht. Die geologi­sche Situation dieser nordwesttürkischen Gebirgssäume ist unübersichtlich, durch alten Vulkanismus – da­her die schwarzen Steine und Sande, die dem Schwarzen Meer, Kara Deniz, seinen Namen ga­ben – und Verwerfungen und Brüche – Dardanellen und Bosporus sind sowohl Bruchzonen als auch alte Flußtä­ler – gekennzeichnet. Auch die Talbildung des Izmitkörfezi erstreckt sich noch weiter ins Bin­nenland hinein und ist zischen Izmit und Adapazari durch einen See, den Sepanca Gölü, gefüllt.

Hinter Izmit befinden wir uns zwar immer noch auf der gut ausgebauten Hauptstraße nach An­kara, doch der Verkehr wird ruhiger und weniger chaotisch als im Nahverkehrsraum hinter Istanbul. Am Sepanca Gölü kaufen wir an einem der idyllischen und gut sortierten Fruchtstände Obst und schlagen uns auf einem kleinen Pfad seitwärts in die Büsche zu einer kleinen Frühstücksrast. Ein Ausblick über den See lohnt unseren Aufenthalt. Erinnerungen an frühere Türkeireisen bis zurück zu einer ähnli­chen Frühstücksrast ganz in der Nähe vor siebzehn Jahren!

Vergleiche drängen sich auf: auch hier ein Verlust an Ländlichkeit; Ausbau der Straße, die An­siedlung aller der Facilitäten, die eine Fernstraße in der Türkei wie anderswo anziehen: Mechaniker, KFZ-Werkstätten, Gaststätten und Teehäuser, Coca-Cola-Buden, Obststände. alles in kleinem, pro­vi­sorischem und „handgemachtem“ Zuschnitt, von den Familienangehörigen betrieben. Diese Stra­ßen­ökonomie wird uns von nun an auf allen unseren Wegen, solange wir auf den Hauptstraßen des Vor­deren Orients bleiben, begleiten.

Mittwoch, 1. Juli. Über mir ein großer, fahler Mond an einem tiefschwarzen Himmel. Sterne, mehr als sie über dem dunstigen Mitteleuropa je zu sehen sind, sind die Wegweiser für den Blick ins Un­endliche. Eine seltsame Mischung der Gefühle ergreift Platz, Schauder und Ängste vor dem Unbe­greiflichen, Unendlichen, der Weite und Todesnähe, ebenso unendlich und dunkel wie das Weltall über mir; Ruhe, Gelassenheit, Sanftheit und ein kühler erdender Lufthauch, der über die Ufer des großen Salzsees weht. Die Ruhe ist ungewohnt, lähmend für den im Lärm des Alltags lebenden Großstädter, einem Lärm, der sich im Motorengeräusch der täglichen Fahrstrecken unserer Reise fortsetzt.

Zum erstenmal wirkliche Ruhe, nur selten unterbrochen durch das ferne Grummeln der Moto­ren der Lastkraftwagen, die noch spät auf der etwas entfernten Hauptstraße ihrem Ziel entgegenei­len. Im Laufe der Nacht läßt auch das nach. Das Ohr sucht vertraute Geräusche. Nur langsam ge­wöhnt es sich so an die Stille, daß es auch hier wahrnimmt, daß diese Stille nicht die Stille des To­des ist, son­dern durchzogen wird durch das leise eben von Wind, dem Wandern der Sandkörner in der unmittelbaren Umgebung, selten auch kaum unterscheidbaren Lauten von Tieren, vielleicht ei­nem weit ent­fernten Hundebellen, jenseits des Sees, von dort, wo auch jetzt noch einige Lichter vom Leben der Menschen zeugen. Nach und nach erlöschen die Lichter, die Geräusche werden sel­tener, meine Mit­reisenden schlafen wohl schon, und nur der Wind wird im Laufe der Nacht zuneh­men. Ich genieße diesen Frieden etwas abseits von unserem Lager, wo ich im Sande des Seeufers eine etwas geschützte Kuhle gefunden habe, in der ich mich in einer großen und taufesten Plane einwickeln kann.

Sicher, ab und zu kommt der ängstliche Gedanke an herumstreunende Hunde, an die nächtli­chen Lebewesen im Sand, Skorpione, Käfer; ich wickele mich fester in Decke und Plane und hoffe, daß die Kühle der Nacht auch die sonnenhungrigen tierischen Gäste fernhält. Auch gegen den san­digen Wind hilft es, die Plane über das Gesicht zu ziehen und gut unter dem Körper festzuklemmen.

So schlafe ich ein und träume von immer weiteren, eigenen Fahrten durch Wüsten und Städte, in denen ich bald die Orientierung verliere, bis ich früh morgens, beim Anbruch des Tages, erwa­che und noch viel Zeit für meine Gedanken und Pläne habe, bis auch im Nachtlager zischen den vier Bussen langsam das Leben erwacht und der Frühstückskaffee einen neuen, erlebnisreichen Tag eröffnet.

Ge­stern haben wir noch eine lange Fahrstrecke zurückgelegt. Bei Bolu auf der wohlbekannten Ser­penti­nenstrecke hinauf zu den Hochflächen eröffneten sich uns atemberaubende Blicke in die tief zertalte und zerfurchte Gebirgslandschaft, die hier, bedingt durch die von Nordwest einströmenden Stei­gungsregen, die dichtesten Wälder der Türkei tragen. Meine letzte Fahrt auf dieser Strecke im Herbst 1985 fand nachts im Linienbus statt, bei der ich wohl als einziger Fahrgast noch ach war und wieder­erkennende Blicke über die vom Mondlicht beschienenen Steilhänge werfen konnte. Damals war hier schon der erste Schnee gefallen, während unten am Bosporus noch spätsommerliche Hitze die Stadt Istanbul umfing. Ein stärkerer Kontrast war kaum denkbar.

Auch heute, im Sommer 1987, waren die Temperatur- und Klimaunterschiede bei der Fahrt über die Pässe von Bolu und Gerede deutlich spürbar. Doch auf den Hochflächen, geschützt von den Gebirgszügen ringsum, begannen die ersten echten Steppenlandschaften, hier noch genutzt als Korn­kammer der Türkei, aber schon weithin baumlos. Nur bei den kleinen ländlichen Siedlungen, um Brunnen und Quellen herum gebaut, finden sich bewässerte Obst- und Gemüsegärten. Und hier, in diesem riesigen intramontanen Becken Westanatoliens, findet sich auch der erste große Salzsee auf unserer Fahrt in den Orient, der Tuz Gölü. Zunächst war nur die bis zum Horizont reichende Ebene zu sehen; erst als wir näher kamen, fiel uns die krüppelige Vegetation der Halophyten, der Salz­sumpfpflanzen, auf, die das Ufer begleiten. Ufer? Sandige und tonige Ebenen werden nach und nach öder, fester, salziger, hier und da von flachen, noch nicht ausgetrockneten Salzwassertümpeln zi­schen den niedrigen Büschen unterbrochen, bis sich uns der Blick auf die weite, weiße Salzfläche öffnet. Was sind aber die dunkel leuchtenden blauen, türkisen und grünen Streifen, die wie ferne Marmorie­rungen die weißen und beigen Flächen durchsetzen? Es sind noch offene Wasserflächen, die im Laufe des Sommers weiter zurückweichen, austrocknen, um sich bei den Regenfällen in den Rand­gebirgen im Herbst und Winter wieder zu regenerieren. Die Farben des Sees spiegeln sich in der glei­ßenden und flimmernden Sonne des Spätnachmittags und am anderen Tage des Morgens am klaren Himmel, so daß eine vielfarbige, helle Farbsymphonie aus gelben, rötlichen, türkisen und blau­en Tö­nen entsteht, die der Landschaft einen unerhört malerischen, unwirklichen Charakter verleiht. Der Sinn für Entfernungen und Proportionen geht verloren, und der Maßstab ist das Unendliche, das Un­begreifliche. Warum sind Religionen und Prophetien immer wieder in den Wüsten und Steppen ent­standen?

 
 

3. Kappadokien und Sultanhani

Donnerstag, 2. Juni. Nach der Fahrt am Ufer des Tuz Gölü führt uns unser Weg über Aksaray, das „weiße Schloß“, in eines der touristischen Diademe Anatoliens, in das Tal der Tuffkegel und Höh­lenkirchen, nach Göreme. Gestern hatten wir spontan beschlossen, die Großstadt Ankara aus unse­rem Besichtigungsprogramm auszuklammern – zeitgeschichtlich und politisch vielleicht ein Defizit, vom eigentlichen Erfahrungswert her aber sicher zu verschmerzen –, um dann direkt am Tuz Gölü entlang nach Kappadokien, wie die Provinz um das Vulkanmassiv des Erciyas Daäx, den „kappadokischen Olymp“, schon in klassisch-hellenistischer Zeit hieß, zu fahren.

Die Besichtigung dieser Sehenswürdigkeiten gehört bei allen unseren Türkeireisen zum Min­dest­programm; die kulturgeschichtlichen Einzelheiten dieses Rückzugsgebietes orthodoxer Mönche und Eremiten in byzantinischer Zeit, oft Anhänger heterodoxer, erfolgter Richtungen, sind in jedem Reise­führer nachzulesen. Aber schon die Naturlandschaft ist ein befremdlicher, unvergeßlicher Ein­druck. Überragt von den Vulkankegeln des Hassan Daä im Westen und des Erciyas Daäx im Osten finden wir hier ein in zehntausende einzelner Tuffkegel aufgelöstes vulkanisches Ablagerungsfeld, auf dem sich, in prärezenter Zeit, zunächst meterhohe Staubschichten, in den Tallagen bis zu vierzig Meter hoch!, ähnlich der Verschüttungen von Pompei, abgelagert haben. diese verfestigten sich dann zu ei­chen Tuffgesteinen, die als letztes von einer nicht allzu mächtigen Lavaschicht als dünnflüssigem Deckenerguß überströmt wurden. Bei der Abkühlung zerbarst die Lavadecke in eine Unzahl einzel­ner, polygoner Blöcke und Schollen, zischen denen Wasser eindringen konnte und so die Erosion des eichen Tuffs begann. Schnell tieften sich Erosionsrinnen und Schluchten bis zum Grunde der Tuff­schicht ein, die ihren Abfluß z.B. nach Westen in den tiefer gelegenen Tuz Gölü fanden. Nur dort, wo der Tuff durch einen „Hut“ aus fester Lava geschützt war, blieb ein zuckerhutförmiger, bis zu vierzig Meter hoher Kegel stehen.

Die in den Tuff gefrästen Taleinschnitte sind zwar scher zugänglich, bilden aber fruchtbare vul­kanische Böden, die schon in vorgeschichtlicher Zeit und dann bis heute ununterbrochen vom Men­schen zur Anlage von kleinräumigen bewässerten Feldern und Obst- und Gemüsegärten genutzt wur­den. So ist es zu erklären, daß sich in dieser unzugänglichen „Mondlandschaft“ heute eine ganze An­zahl prosperierender Dörfer und Siedlungen finden, deren Hauptorte Göreme, Ürgüp, Gülwehir und Nevwehir sind. Im Tal von Göreme besichtigen wir die zentrale Gruppe der christlichen Klosterkir­chen, die durch ihre erstaunlich gut erhaltenen Wandmalereien im byzantinischen Stil Weltruf erlangt haben.

Kurios am Rande ist zu beobachten, wie die Mönche, die in langjähriger Handarbeit die Höhlen in den Tuff getrieben haben, dabei byzantinische Architekturelemente in ihren Kirchenräumen imi­tier­ten, wie Säulen und Kapitelle, Architrave und Deckenbalken, ohne statisch-funktionale Zu­sam­men­hänge, die hier im Tuff ohnehin überflüssig waren, zu berücksichtigen, so daß z.B. Decken­balken ne­ben den „Scheinsäulen“ in der Felswand verschwinden und den Eindruck der Instabilität er­zeugen.

Der Rückweg am Nachmittag führt uns dann in Richtung Konya. Doch noch ein interessanter Besichtigungsort steht auf dem Programm. Östlich vom Tuz Gölü führt die alte Handelsstraße von der ägäischen Mittelmeerküste, von Izmir, dem alten Smyrna, entlang des Flußsystems des Mende­res, des antiken Mäanders, über Konya, wo das anatolische Hochland erreicht ist, weiter nach Osten, nach Kappadokien, Syrien, Mesopotamien oder Iran. Diese schon in Hethiter- und Perserzeit genutz­te und herrschaftlich geschütze Heeres- und Handelsstraße gewann mit der türkischen Herrschaft über Kleinasien neue Bedeutung. In der Zeit der Seldjuken, im 12. bis 14. Jahrhundert, wurde zeit­weilig Konya zur Hauptstadt eines mächtigen türkischen Reiches und zu einem kulturellen und wirt­schaftli­chen Zentrum. Auch benachbarte Städte wie Karaman und Kayseri wurden seldjukische Herr­schafts­orte, so daß die gesamte südanatolische Provinz eine Blütezeit erlebte. Es galt, die alten Ver­kehrswege zu sichern.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begannen seldjukische Sultane, in regelmäßigen Ab­ständen von etwa 30 km, der Tagesreise einer Handelskarawane, Kervansarayen zu errichten, viele nach einem standardisierten, regelmäßigen und äußerst zweckmäßigen Muster. Gleichzeitig waren diese „Häuser des Sultans“, Sultanhanx, genannten Gebäude auch Etappen für das Militär, das die Be­satzung und Bewachung stellte. Als herrschaftliche „fromme Stiftungen“, wie sie im islamischen Be­reich häufig sind und als fromme Handlungen auf den edlen Stifter zurückweisen, waren sie für alle Reisenden nutzbar und boten Brunnen und Gebetsraum, gedeckte Lager- und Aufenthaltsräume und einen großen Hof ebenso wie eine große überdeckte „Winterhalle“ für die ruhenden Tiere. Die Bau­ten waren äußerst repräsentativ; die Portalanlagen sind Meisterwerke seldjukischer Steinschnei­dear­beiten, wie wir sie an den seldjukischen Medresen in Konya wiederfinden werden. Der an den Längs­seiten von den Bogenportalen zu den Lager- und Aufenthaltsräumen gesäumte Hof, an dessen hinte­rer Begrenzung die prächtige, fünfschiffige „Winterhalle“ anschließt und in dessen Mitte zwei­ge­schossig Brunnen und darüber Gebetsraum zu finden sind, besticht durch seine ausgewogene Pro­por­tionierung und feine bautechnische Faktur.

Die Winterhalle selbst erinnert eher an ein sakrales Gebäude, ja an eine fünfschiffige Kirche mit regelmäßigen Säulenreihen, einem apsisartigen hinteren Abschluß und, in der Mitte über dem Mittel­schiff, einem als Laterne dienenden Kuppelbau, der außen mit dem typischen, steinernen spitzen Zeltdach überworfen ist, wie es in der türkischen und armenischen Kunst häufig anzutreffen ist. Auch in Konya ist das Grabmal des Celaleddin Rûmî, seine Türbe, mit einem dunkelgrünen Turm mit Zelt­dach bekrönt, das im Innenraum eine Kuppelkonstruktion enthält. Die erstaunliche Baukonzeption dieser „Winterhalle“ in Sultanhanx, die wir an dem am besten erhaltenen und restaurierten Bau dieser Art auf unserem Weg nach Konya bewundern können, führte französische Architekturhistoriker, die fast gleich proportionierte Kirchenräume bei Zisterzienserklöstern in Südfrankreich kannten, zu der Entdeckung, daß beide Baugruppen, zeitlich fast parallel, von reisenden armenischen Bauhütten er­richtet worden sind, die trotz verschiedener Auftraggeber und Funktionen auf traditionelle armeni­sche Bauformen zurückgriffen.

Sultanhani bei Aksaray, wie der von uns besuchte Bau bezeichnet wird, ist umgeben nur von ein paar Häusern des heutigen Dorfes Sultanhani, das erst in den letzten Jahrzehnten sein Gesicht mo­dernisiert, vielleicht unter dem Einfluß der wachsenden Zahl interessierter und begeisterter Besucher, aber auch, indem die Chance genutzt wird, über die traditionelle Landwirtschaft hinaus Gewerbe wie z.B. Textilherstellung – aus selbst erzeugter Wolle – zu entwickeln, ein Zwang zur ökonomischen Entwicklung, der sich auch die ländlichen Gebiete der Türkei heute scher entziehen können. Lange Zeit, vor der offiziellen Restaurierung des Kervansaray, war Sultanhani ein gehüteter Geheimtip be­sonders interessierter Türkeireisender. Schon 1974 konnte ich diesen Ort zum ersten Male besuchen und die Bekanntschaft des Ortsvorstehers, Herrn Öztürk, machen. Er war – und ist zusammen mit seinen im Laufe der Jahre herangewachsenen Söhnen – der gute Geist von Sultanhani, Freund und aufmerksamer Betreuer der Besucher und Motor der Restaurierung und Instandsetzung des Kervans­aray. Beim ersten Male war der Bau noch nicht besonders geschützt, noch kein nationales türkisches Monument; doch seine Anmut und seinen Reiz entfaltete er trotz altersbedingter Schäden. Heute sind die meisten Schadstellen repariert, am Eingang werden die amtlichen Eintrittskarten erkauft; aber im­mer noch werden die Besucher von einem Angehörigen der Familie Öztürk begrüßt. Eine – unent­geltliche – Tasse Tee im „tourist office“, einer ganz inoffiziellen Einrichtung von Herrn Öztürk, die erst heute, beim Ausbau des Tourismus, quasi offiziösen Charakter angenommen hat, eine Eintra­gung im Besucherbuch – auf Nachfrage finde ich, begeistert bei der Suche von Herrn Öztürk jr. un­ter­stützt, meine Eintragungen von 1974 und 1985 – damals hatte ich fest versprochen, nicht wieder mit meinem nächsten Besuch elf Jahre zu warten. Ich habe mein versprechen gehalten und ergänze die Eintragung wiederum durch einige freundliche und dankbare Zeilen. Schließlich Gespräche über Sul­tanhani und die Türkei, über die Besucher – deren prominentester vielleicht Richard von Weizsäcker während seiner Zeit als Regierender Bürgermeister von Berlin war – und über uns selbst, unsere Ziele und Eindrücke.

Uns wird angeboten, hier in Sultanhani zu übernachten, denn der Abend naht; doch Eile und un­ser morgiges Besichtigungsprogramm in Konya lassen die Mehrzahl unserer Reiseteilnehmer diesen Vorschlag nicht als sinnvoll erscheinen. Mit einigem Bedauern und in der Hoffnung auf einen baldi­gen erneuten Besuch verabschieden wir uns Familie Öztürk.

 
 

4. Konya

Freitag, 3. Juli. Der Campingplatz von Konya ist nicht gerade ein Schmuckstück seiner Art; ein klei­ner, schmaler Platz neben einer Hauptstraße – Zuschauer am Zaun für das Campingleben finden sich immer –, auf der anderen Seite begrenzt durch die triste Rückwand eines Nebengebäudes im Sta­dion- und Sportpark, bietet er unter Kiefern Platz für einige Zelte und Fahrzeuge. Wir werden ihn nur diese eine Nacht in Anspruch nehmen und abends schon weiter fahren. Aber einen Tag vollen wir zur Be­sichtigung von Konya verwenden, einem überaus lohnenden Besuchsziel.

Beim letzten Besuch 1985 haben wir hier im Hotel Tur, einem schlichten, aber sauberen und neuen und äußerst preisgünstigen Hotel gleich neben der „Tekke“ übernachtet. Doch von dieser spä­ter mehr! Damals hatten wir auch mehrere Tage Zeit und die Gelegenheit, interessante Bekanntschaf­ten zu machen. Besonders anregend war der Kontakt zu einem Oberschüler, Mevlüt Bedii, Sohn – und Partner – eines Teppichhändlers und Verwandter des Hotelbesitzers, der diesen Kontakt ermit­telte. Mevlüt hatte Kontakt zu den Anhängern einer mystischen Richtung des Islam, den sogenannten „Tanzenden Derwischen“, die zwar offiziell als praktizierender Orden in der laizistischen Türkei seit Atatürk erboten sind, in ihrem Ursprungsort Konya jedoch nie ihre Anhänger verloren hatten und heute durchaus wieder öffentlich auftreten – vom Tourismusbüro als „Folklore“ umdefiniert und damit legalisiert. Mevlüt begleitete uns im Herbst 1985 durch die „Tekke“, den „Konvent“ des Der­wischordens, wo die Grabmäler der Ordensoberen und unter einer reichgeschmückten Kuppel, von außen gekennzeichnet durch eine grüne, mit spitzem Zeltdach ersehene Türbe, die die Kuppeln der Tekke überragt. Hier ist der Kenotaph des Ordensgründers Djellal-ed-Din Rûmî zu finden.

Die Tekke ist das letzte und krönende Ziel unseres Rundganges durch die ehemalige Seldjuken­hauptstadt, die heute ein konservatives religiöses Zentrum der Türkei und Sitz einer berühmten theo­logischen Hochschule ist. Die Seldjuken, mit regionalen Reichen und Fürstentümern in Iran und Anatolien, gründeten ein politisch mächtiges, wenn auch wechselnden Großmächten – Byzanz, Kali­fat von Baghdad, mongolische Il-Khane – tributpflichtiges Staatswesen in Konya, Karaman und Kay­seri. In der Zeit des mächtigsten der Seldjukensultane, Ala-ed-Din Khaikobad (1220-1237), gelangte das Seldjukenreich von „Rum“ (= „Rom“, Byzanz; in Abgrenzung zu den innerasiatischen türkischen Reichen wurden die anatolischen Gebiete so benannt) zu einer kulturellen und religiösen Blüte. Die z.Zt. unter der Obhut der UNESCO als „Erbe der Menschheit“ restaurierte zentrale Ala-ed-Din Mo­schee, wurde unter Sultan Khaikobad errichtet. Sie liegt wie eine Zitadelle auf einem allseits von ei­ner Ringstraße umgebenen teils natürlichen, teils seit vorgeschichtlicher Zeit durch menschliche Bauten überhöhten Hügel („tepe“).

Zur gleichen Zeit als diese Moschee erbaut wurde, kam auch aus Merw (im heutigen Afghani­stan) zusammen mit seinem Vater der persische Philosoph und Dichter Djellal-ed-Din Rûmî (der „Römer“, wie er nach seiner neuen Heimat genannt wurde, 1207-1273) an den Hof von Konya. Hier gründete er den mystischen Orden der Mêvlêvî, die in mystischer Versenkung, ritualisierter Rezita­tion und von ekstatischen Tänzen begleiteter Musik einen unmittelbaren Zugang zum Göttlichen, zu gei­stigen Erfahrungen und Erkenntnissen suchten. Rûmî war ein Dichter, dessen Hauptwerk, das Mas­navî, über die religiösen und sprachlichen Grenzen hinweg zur Weltliteratur gehört. Es ist glei­cher­maßen Quelle der Inspiration, moralischer Wegweiser und Anweisung für die mystischen Übun­gen der Tanzenden Derwische. 1985 erläuterte uns Mevlüt die Legenden des „Großen Buches“, des Mas­navî, über den Zusammenhang von Musikhören und Versenkung. Wunderschöne Handschriften des Masnavî finden sich in den Ausstellungsräumen der Tekke, die, in der heutigen Form im 16. Jahr­hundert errichtet, lange Zentrum des Ordens, nach dem erbot durch die türkische Regierung aber weltliches Museum war.

Heute ist dieser ruhige und durch seine wertvollen Ausstellungsstücke, unter anderem auch wert­voller alter Musikinstrumente wie der Rohrflöte Ney, hochinteressante Gebäudekomplex zwar immer noch staatliches Museum, aber gleichzeitig auch und verstärkt wieder Sammlungsort für das Gebet, für das Gedenken an den im Volksglauben als heilig bezeichneten Mêvlânâ Rûmî und für die Treffen gleichgesinnter Anhänger des Mevlevî-Ordens.

Im folgenden Kapitel über die Musik der Mystiker wird der Kollege H.A. Gütte noch einige hochinteressante Einzelheiten über die religiöse Grundlegung der Musik, wie wir sie hier in der Tekke des Mêvlânâ hören konnten, mitteilen. Doch unseren Rundgang begannen wir bei zwei Ge­bäuden, die anders als die Tekke selbst, Meisterwerke seldjukischer Kunst sind. Die Medrese (Koranschule) Ince Menare („mit dem hohen Minarett“, welches durch Blitzschlag Ende des letzten Jahrhunderts bis auf den Sockelschaft verkürzt wurde) zeichnet sich durch ein riesiges in Stein ge­schnittenes, in fast barockem ornamentalen Überschwang mit Flechtbändern, Bandverschlingungen und arabischen Schriftbändern verziertes Liwan-Portal aus. Auch hier kann, wegen einer von der UNESCO betreu­ten Renovierung, der Innenraum unter einer großen Holzkuppel nicht besichtigt werden. Hoffentlich ergibt sich, nach dem Abschluß der Restaurierungsarbeiten hier und an der Ala-ed-Din Moschee in einigen Jahren die Chance einer erneuten Reise nach Konya!

Diese Bauwerke sind alleine schon eine Reise Wert! In die Karatay – Medrese können wir dage­gen hineingesehen. Unter zwei hohen, schlichten Kuppeln, über einem Holzgerüst mit Metallplatten verkleidet findet sich innen eine prächtige, formal überraschende Kuppelauskleidung. Die Hauptkup­pel bietet das Musterbeispiel für die sogenannten „Türkischen Dreiecke“, eine ganz spezielle, vor al­lem in der Seldjukenzeit verwendete Form des Übergangs vom rechtwinkligen, in seiner Gesamtge­stalt kubischen Innenraum zur aufgesetzten Kuppel mit dem exakten Durchmesser der Seitenlänge des Innenraumes. Anstelle von Bogen- oder Schalottenkonstruktionen, die die Raumecken überspan­nen und die Kuppel tragen, tritt ein unter der Kuppel eingesetztes, fast schon den Bogen der unteren Kuppelbegrenzung faktisch nachzeichnendes Polygon, von dessen Seiten jeweils, völlig plan, langge­streckte Dreiecke mit der unteren Spitze zu einem gemeinsamen Punkt in jeweils einer der Ecken des Raumes in etwa dreiviertel der Raumhöhe geführt werden. Die Dreiecke bilden also vier gleichför­mige Fächer, die von den Ecken nach oben zur Kuppel streben und den polygonen Grundriß der Kuppelkonstruktion tragen. Dazwischen bleiben oben mit einem flachen Dreieck endende Wandflä­chen offen, in deren einer sich ein Bogen zu einem weiteren Nebenraum öffnet. Die „Türkischen Dreiecke“ sind ornamental durchgestaltet, in hellblauer Farbe mit dunkelblauen und türkisen Mustern angelegt, so daß der ganze Raum den Charakter eines kühlen, eher abeisenden „Kuppel-Zeltes“ (wenn so etwas vorstellbar erscheint) annimmt.

Der Gründer dieser Medrese, Karatay, ein orthodoxer Theologe, der sich nicht der Mystik des Mevlevî-Ordens angeschlossen hatte, liegt hier in einem Nebenraum begraben. In der frühen Neuzeit hatte die Karatay-Medrese einen guten Ruf auch als Stätte naturwissenschaftlicher und astronomi­scher Gelehrsamkeit, womit ein anderer wichtiger Zug der islamischen Kultur, dem wir bislang noch nicht in diesem Maße auf unserer Reise begegnet sind, ins Bewußtsein gerückt wird. Liegen doch viele Wurzeln unserer eigenen naturwissenschaftlich-technischen Zivilisation in der arabisch-islami­schen Kultur und Geschichte begründet.[1]

 
 

5. Die letzten Tage in der Türkei

Die nächsten Tage in der Türkei haben wenige Höhepunkte. Vor allem ein Ruhetag an der Mit­tel­meerküste, das Überprüfen von Fahrzeugen und Ausrüstung vor der Weiterfahrt nach Syrien und die doch recht lange Wegstrecke bis nach Aleppo füllten diese Zeit aus.

Noch am Abend unseres Besichtigungstages in Konya verlassen wir den Campingplatz und die Stadt, um abseits vom Großstadtgetriebe einen Zeltplatz im Gelände zu finden. Die Ausfahrt in Richtung Karaman und Taurus war im Gewimmel der Altstadtstraßen nicht leicht zu finden. Nach widersprüchlichen Auskünften von Passanten mußte unser Konvoi mehrmals trotz belebter Straßen enden, um andere Richtungen zu erproben. Aber endlich war auch der erste Wegweiser gefunden. Daß Konya heute eine Großstadt mit erheblicher industrieller Aktivität ist, wurde uns, nach dem in­tensiven Blick in eine vergeistigte religiöse Vergangenheit, erst so recht bei der Fahrt durch diese Vorstädte klar. Auf der Weiterfahrt, schon einige Kilometer hinter der Stadt, passierte uns ein Mal­heur, als ein großer Stein auf der Straße nur von den Vorderrädern umfahren wurde, dem rechten Hinterrad aber ein jähes Ende bereitete. Nach Radwechsel – und Luftdruckprüfen aller rollenden Rä­der – sahen wir zu unserem Schrecken, daß die Hinterachse des Wagens „einen Schlag abbekom­men“ hatte und die Räder gefährlich asymmetrisch an ihren Aufhängungen hängen. Das veranlaßt uns zwar in den bevorstehenden Wochen zu etwas Vorsicht bei Pistenfahrten und möglichen extremen Fahrbe­lastungen, doch der Wagen hält schließlich durch und läßt sich nach der Fahrt sogar wieder erkaufen. So blieb uns jetzt als letzte Tagesaufgabe noch die Suche nach einem geeigneten Übernach­tungsplatz, was gar nicht so einfach war, da die neu aufgeschüttete Straße nur wenige Ab­zweigungen ins Gelände aufwies. Nach einer gemeinsamen Stichfahrt nach rechts, die uns nur in – vielleicht militärisch? – ab­gesperrte Felder und schließlich auf eine stinkende Müllkippe führte, tren­nen wir uns bei der nächsten Wegekreuzung, um nach allen Seiten Kundschafter auszusenden. Eine Suche hat dann auch Erfolg; etwa einen Kilometer nach links, über sanfte Hügel an Feldern und Wie­sen und einer Bienenkultur vorbei finden wir, am Wegesrand, ein relativ ebenes Plätzchen, auf dem wir unser Lager mit Wagen und Zelten aufschlagen können. Am nächsten Morgen erfreut uns ein weiter Blick über eine Talsenke ohne jedes Haus, in der reifende Felder, heideähnliche Ödlandflächen und im Bereich der Tiefenlinie ein dunkelgrüner Saum von Büschen und einige Baumgruppen ein buntscheckiges Landschaftsmuster erzeugen. Bevor wir aufbrechen, wird die ländliche Idylle betont durch das vorbeifahren eines alten, zweirädrigen Eselskarren, der von einem alten Mann begleitet wird.

Die Fahrt über den Taurus ist mit Worten scher zu beschreiben; hier müßte eine Folge großforma­tiger Bilder die wilde, aufregende Schönheit der tiefen Talschluchten wiedergeben, die Schönheit und Faszination der wilden Flußläufe des Gök Su, der Steilfelsen, des Wechsels von tiefdunklen Pinien­wäldern und karger, hellgrün bis gelb-ockerfarbig getönter Gebirgssteppen, der breiten Talsohlen mit den Kiesbänken im wilden, torrentenartigen Verlauf des wasserreichen Stromes, dort wo die Ge­birgsflanken zurückweichen. Die Fahrt über die Tauruspässe eröffnet von Minute zu Minute immer wieder neue, unerwartete Blicke und landschaftliche Panoramen. Es wird verständlich, warum hier dem Bahn- und Straßenbau höchste technische Anforderungen gestellt wurden und dieses Gebirge erst spät für den Verkehr erschlossen werden konnte. Der mühseligen Bau der Bagdadbahn durch deutsche Ingenieure ist auch heute noch nicht vergessen, wenn er auch in erster Linie Ausdruck des späten deutschen Versuchs, Weltmachtpolitik im Orient zu betreiben, gewesen ist. Kaiser Wilhelm II. selbst – der auch, hoch geehrt, Istanbul und Jerusalem besuchte, um sich als Freund des osmanischen Sultans zu profilieren – initiierte noch am Vorabend des ersten Weltkrieges den Bau dieses techni­schen Meisterwerkes, das hier am Gök Su auf seine hartnäckigsten Schwierigkeiten stieß. Doch die Erschließungsprobleme dauerten an, bis hin zur immer noch nicht abgeschlossenen Erneuerung und Sicherung der Straßenverbindungen von Ankara und Konya zur Mittelmeerküste, die zu einem Dora­do der Badetouristen entwickelt werden soll.

Schon Jahrhunderte vorher besiegelte sich das Schicksal vom Kaiser Barbarossa, dem Staufer, der während eines Kreuzzuges beim Übersetzen über den Saleph (Gök Su) ertrank. Eine Gedenktafel in vier Sprachen am Rande der Straße erinnert heute an dieses unrühmliche Ende eines Kreuzzuges. Noch weitere historische Orte finden sich an dieser alten, früher gefährlichen, gefürchteten und fast unwegsamen Paßstraße zum Ak Denizli (dem „Weißen Meer“), wie die Türken das östliche Mittel­meer nennen im Gegensatz zum nördlichen Kara Denizli, dem Schwarzen Meer. Auf den Höhen am Wege und in den Seitentälern begleiten verfallene byzantinische Klöster und Eremitagen, seldjukische Festungsbauten und osmanische Dorfmoscheen den gefährdeten Reisenden und Pilger über die Tau­rushöhen, gebaut immer auch mit dem Ziel, Gottes Schutz und Segen herabzubeschwören. Wir ha­ben nicht die Zeit, hier noch intensivere Besichtigungsprogramme zu unternehmen und kommen ge­gen Mittag ans Meer, das in der gleißenden Sonne fast weiß erscheint.

In Silifke, dem hellenistischen Seleukia, treffen wir noch einmal auf gut erhaltene Spuren der Vergangenheit, wenn auch die erwarteten Ausgrabungen der antiken Stadt sich beschränken auf ei­nen ärmlichen Rest der Fundamente eines Jupiter-Tempels, eingezwängt zischen die Wohn- und Ge­schäftshäuser der, nicht gerade sehr lebendig wirkenden, Innenstadt von Silifke. Das Stadtbild wird von einer mächtigen römisch-armenisch-seldjukisch-osmanischen Festung und Zitadelle beherrscht (so schwierig sind in diesen alten Ländern die historischen Zuordnungen von bemerkenswerten, alten Bauwerken, die unter wechselnder Herrschaft die Zeitläufe überdauert haben).

Etwas außerhalb der Siedlung wurde ein großer frühbyzantinischer Kirchenkomplex, der der Heiligen Thekla geweiht war, ausgegraben. Am interessantesten war dabei die Besichtigung einer unter der Kirche, von der nur noch einige Ruinenreste noch zeugen, in den anstehenden Felsen – wohl im Bereich einer natürlichen Quellhöhle – hineingehauenen Katakomben-Krypta. Ausmauerun­gen und Schmuckreliefs wechseln in diesen niedrigen, engen, dunkelfeuchten Räumen mit nackter, urtümlicher Felswand. Inschriften geben nur noch unvollständig Auskunft über die Lebensumstände der Gläubigen, die diese Anlage errichtet haben. Zurück in der hellen Nachmittaghitze fahren wir weiter entlang der Küste bis zum Campingplatz „BP Mocamp Kizkalesi“, einer (recht teuren) „Luxusanlage“ am Strand unter Pinien, idyllisch auf Terrassen in den sanften Hang des Ufers hinein­gebaut, direkt gegenüber der wuchtigen osmanischen Inselfestung Kizkalesi. Genau der richtige Ort für einen Tag des Atemholens, der Entspannung und der weiteren Reiseplanung. Karsten Walter, sportlich – männlich, wie er sich selbst gerne sieht, läßt es sich nicht nehmen, zur Inselfestung hin­überzuschwimmen (wie er ja auch Wochen später in Giza zu einer Pyramidenbesteigung starten wird). Haie sind jedenfalls nicht aufgetaucht!

Sonntag, 5. Juli. Ausschlafen, Wäsche waschen, Wagen reinigen, Briefe oder Karten schreiben, das Tagebuch auf den aktuellen Stand bringen – ein Tag der Ruhe. Unseren Wagen, der unter Anlas­serproblemen litt, ließen wir in einer, man muß es wohl so nennen: Klitsche eines Kfz-Elektrikers in einer nahen Kleinstadt reparieren. Dies war ein nettes Erlebnis. Auf der mindestens acht Fahrspuren breiten (aber nicht unterteilten, sondern wie ein großer städtischer Platz und vielfältiger Lebens- und Aufenthaltsraum genutzten) Durchgangsstraße steht unser Wagen vor einer kleinen, mit Werkzeu­gen, Ersatzteilen und (für uns undefinierbarem) Gerümpel vollgestopften Hütte (Marke Eigenbau) – neben -zig anderen gleicher Art und unterschiedlicher Profession: Reifenwechsel, Motordienst, Klempner, Traktorreparatur, Hauselektriker – und ein Halbwüchsiger kriecht unter das Fahrzeug, nur mit Über­brückungskabel und Schraubenzieher bewaffnet, klopft und schabt einige Male von un­ten im Moto­renraum herum, läßt uns auf Zuruf einige Male die Zündung einschalten, ein Funken­feuerwerk sprüht unter dem Wagen hervor – Kurzschluß? Nein: Ein weiterer Anlaßversuch zeigt: alles in Ordnung. Fünf Minuten, ein kleines Trinkgeld, Rückfahrt zum Campingplatz. Das war’s!

Am nächsten Tag nun folgen die letzten Kilometer in der Türkei entlang der südlichen Mittel­meerküste, durch Mersin und Tarsus – wir verpflegen uns auf einem reichen lokalen Markt noch mit Brot und Obst –, vorbei an Adana, um die „Ecke des Mittelmeeres“ herum nach Iskenderun und dann zur syrischen Grenze. Um Iskenderun herum befinden wir uns schon auf staatsrechtlich umstrit­tenem Gebiet, das von Syrien beansprucht wird. Die Türkei hat hier eine recht beeindruckende In­dustrie- und Hafenkonzentration aufgebaut, die nicht nur Wirtschaftsförderung für die Südosttürkei im Sinne hat, sondern auch das strategische Gewicht dieser türkischen Provinz sichern soll. Die Be­mühungen um touristischen Zustrom zu diesem nördlichsten Teil der Levante sind jedoch längst nicht so erfolg­reich wie im Bereich der Mittelmeerküste zischen Antalya und Adana; Syrien und der Libanon, der ganze Nahostkonflikt, rücken hier wohl schon zu nahe!


[1]     Das Buch von Sigrid Hunke, Allahs Sonne über dem Abendland (vgl. Bibliographie zur Einleitung), mag dazu einige interessante Anregungen und Einsichten vermitteln!

 

 
 

Gerhard Voigt: Tradition oder Umbruch? Erlebnisse im Nahen Osten. Bericht über eine Studienreise in die Türkei, nach Syrien, Jordanien, Ägypten und Israel im Sommer 1987 mit Schülern der Bismarckschule Han­nover im Rahmen der Arbeit einer UNESCO-Projekt-Schule. – Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V. [An der Bismarckschule 5 D 30173 Hannover] / Gerhard Voigt. Mit Textbei­trägen von Dirk Fuhlbohm, Hartmut Grote, Hans A. Gütte, Udo Herges, Gerhard Stünkel und Alexander Schulze. – Hannover: UNESCO-Club, 1997. Druck der Erstauflage 1988: ISBN 3-930307-00-6

Wir bitten um Verständnis dafür, dass die begrenzten Codierungsmöglichkeiten des Internet-Zeichensatzes die korrekte Darstellung ausländischer Schriftzeichen im Gegensatz zu unseren Buchpublikationen in der Druckausgabe nicht immer zulässt. Das betrifft vor allem osteuropäische und türkische Zeichensätze, die durch einfache ASCII-Zeichen ersetzt werden müssen.

 

 
 

Zu den übrigen Aufsätzen des Bandes:

I. Vorwort

II. Einleitung

III. Vorbereitungen

IV. Résumé

V. Der Aufbruch

VI. Türkei

VII. „Beim Hören die Finger in die Ohren gesteckt“

VIII. Syrien

IX. Jordanien

X. Ägypten

XI. Israel

XII. Verwendete Literatur

XIII. Anhang

1. Ein kurzes Reisetagebuch

2. Teilnehmerliste der Orientfahrt

 

 

 

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UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V.
http://www.UNESCO-Club-Bismarckschule.de
http://www,UNESCO-Club-Hannover.de
An der Bismarckschule 5. D 30173 Hannover
Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR, bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand: 01.05.2008