2. Erfahrungshorizont/Voraussetzungen
Die Bismarckschule Hannover hat einen
mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, in dem Informatik und der
Umgang mit Neuen Technologien eine bedeutende Rolle spielen.
Die finanziellen Restriktionen des
Schulträgers haben aber einer in unserem Sinne adäquate technischen
Ausstattung einen engen Rahmen gesetzt, so dass der Verein
der Eltern und Förderer der Bismarckschule Hannover, e.V., für ergänzende
Anschaffungen recht hohe Beträge aufbringen musste und auch als
Kooperationspartner und Förderer des InfoSCHUL-Projektes
eingetreten ist. Nicht befriedigend ist im Augenblick noch die dezentrale Verfügbarkeit
über Informationstechnologien und Neue Medien in Fach- und Klassenräumen, die
vor allem die Arbeitsmöglichkeiten im gewählten Thema für die Info-Schul-Teilnahme
im Bereich des Aufgabenfeldes B (Gesellschaftswissenschaften: hier vor allem Erdkunde
und Interkulturelles Lernen in einer
UNESCO-Projekt-Schule) erschweren und von Raum- und
Stundenplanverschiebungen abhängig machen.
Positive Auswirkungen auf die Pflege
und Nutzung der PC-Einrichtung hat die Einstellung eines professionellen
Netzwerkadiministrators auf ABM-Stelle mit finanzieller Unterstützung der
Stadt Hannover, des Arbeitsamtes und des Vereins
der Eltern und Förderer der Bismarckschule Hannover, e.V., der die
kontinuierliche Arbeit mit dem Leistungskurs Erdkunde im InfoSCHUL-Projekt
überhaupt erst möglich macht.
Die Bismarckschule Hannover
beteiligt sich parallel zu InfoSCHUL
auch am n21-Projekt und im laufenden
Schuljahr am »Schulinternet«-Angebot
von education-one/Schroedel. Kontakte
zur Wirtschaft und zu Betrieben der NT werden für das Arbeitsfeld
Berufsinformation, Berufsfeldbezogener Unterricht und Betriebspraktika
systematisch aufgebaut und ausgewertet.
3. Zielsetzungen/Projektidee
3.1 Kurzbeschreibung
der Projektidee
»Länderübergreifende
elektronische Partnerschaften« sollen
einerseits fachlich im Erdkunde-Unterricht und praxisbezogen in der Vorbereitung
und Auswertung einer thematischen Studienfahrt zum regionalen Themenbereich
geographischer und gesellschaftlicher Transformationsprozesse in Ost- und Südosteuropa
erarbeitet und begründet sowie in ihrer Einbindung in die
UNESCO-Projekt-Schul-Arbeit einschließlich der Förderung von
Schulpartnerschaften der Bismarckschule vertieft werden. Dies dient in
wesentlicher Weise auch der Erprobung exemplarischer integrativer Lernformen im
Fachunterricht im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld.
3.2 Konkretisierung
der Zielsetzungen gemäß Fördermaßnahme
Projektträger sind Kurse
der Sekundarstufe II und die in Arbeitsgemeinschaften konzentrierte
UNESCO-Projekt-Schul-Arbeit, konkret im Schuljahr 2001/2002 der
Erdkunde-Leistungskurs im 3. Semester [13 EK 1-LK] unter der Leitung von OStR
Gerhard Voigt mit dem Kurs-Thema: »Transformationsräume
und Semiperipherien« (Raumbezug: Osteuropa und die Türkei), sowie die
jahrgangsübergreifenden Arbeitsgemeinschaften »UNESCO-AG« [Leitung OStR’
Kolbe], »Internet-AG« [Leitung StR Gudschun] und »Türkei-AG«, die eine
Austauschfahrt bzw. Studienfahrt in die Türkei in den Osterferien 2002 plant.
Geplant ist ein integrativer,
internet-gestützter Arbeitsansatz, der traditionelle materialfundierte
erdkundliche Arbeit mit selbständiger Internet-Recherche unter Einbeziehung von
(Zeitungs-) Archiven und der praktischen Arbeit im Gelände auf Studienfahrten
verbindet.
Für den Leistungskurs ist im Herbst
2001 eine Studienfahrt nach Krakau (Polen) durchgeführt worden, die in der
genannten Form vorbereitet und ausgewertet wird. Ursprünglich war ein
Studienfahrt-Abschluss in Lemberg
(Ukraine) geplant, um das Thema »Galizien«
geographisch und historisch vertiefen und ein Vergleichsbeispiel eines weiteren
Transformationsprozesses mit thematisieren zu können. Der Reisanteil in der
Ukraine ließ sich nicht realisieren. Das Thema Galizien/Lemberg bleibt aber
weiterhin Unterrichtsstoff im Leistungskurs. Unterstützt wurde und wird dieses
Projekt vom geographischen Institut der Jagiellonen-Universität Krakau, Prof.
Dr. Bronislaw Kortus. Ein erster Reisebericht ist unter www.Bismarckschule.de
in den Internet-Auftritt der Schule gestellt worden.
Die Schülerinnen und Schüler des
Erdkunde-Leistungskurses verbringen einen beträchtlichen Teil der Unterrichts-
und Hausaufgabenzeit mit Recherchen am PC und bei der Erstellung von Berichten
unter Zuhilfenahme verschiedener Gestaltungsprogramme, die die Ergebnisse
vorbereiten sollen auf eine parallele Print- und Online-Publikation. Leider
konnte der anvisierte Ansatz, auch die Organisation der Studienfahrt mit Hilfe
von Online-Techniken durchzuführen wegen mangelnder Ausstattung und
EDV-Kompetenz der polnischen Partner nicht realisiert werden. Doch auch diese
realistische Erfahrung ist für den Unterrichtserfolg als positives Ergebnis zu
werten.
Einbezogen wird zusätzlich die
existierende Schulpartnerschaft mit der Istanbul Lisesi, bei der elektronische
Formen der inhaltlichen Zusammenarbeit erprobt werden sollen; dieser Kontakt
soll mit der erwähnten Türkeireise einer Schülergruppe ergänzt werden.
3.3 Skizzierung
der geplanten Projektergebnisse
Die Arbeit im InfoSCHUL-Projekt
umfasst folgende Schwerpunkte und Perspektiven:
–
Unterrichtsbezogene
Materialrecherche unter Einbeziehung von wissenschaftlichen und
publizistischen Archiven/Datenbanken (GENIOS, GPI u.a.). Die entwickelten
Kompetenzen sollen in Dokumentationen und Berichten den Kolleginnen und Kollegen
der Bismarckschule Hannover für eine mögliche und erweiternde Weiterarbeit zur
Verfügung gestellt werden. Dazu soll eine CD-ROM von den Schülerinnen und Schüler
erstellt werden.
–
Kommunikationsbeziehungen in
der Vorbereitung der Studienfahrten nach Polen und in die Ukraine mit dem
Erdkunde-Leistungskurs und in die Türkei mit einer Schülergruppe
–
wobei schon die Reisevorbereitung und Planung auf den schulischen
Internetseiten unter <www.bismarckschule.de> dokumentiert worden ist und
–
die organisatorische Vorbereitung über Internet und eMail mit Kontakten
zur Istanbul Lisesi unterstützt wird.
Wie schon angedeutet,
bereitet diese eher optimistische Planungsperspektive in den ersten
Praxisversuchen Schwierigkeiten, da die EDV-Kompetenz bei den ausländischen
Bildungsinstitutionen noch deutlich geringer ist als bei uns und eigentlich nur
Kontakte über eMail einigermaßen zuverlässig funktionieren, während Daten-
und Informationsaustausch über Internet bisher wenig erfolgreich blieb.
–
Dokumentation der Ergebnisse
auf der Internet-Seite der Bismarckschule und
–
Einrichtung einer eigenen
Internet-Seite u.a. für den UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee,
Bismarckschule Hannover, der die UNESCO-Außenbeziehungen der Schule
koordiniert.
3.4 Erwartungen
an das Projekt
(aus Sicht der verschiedenen Beteiligten)
Die
Schulleitung der Bismarckschule
Hannover erwartet von der Beteiligung am InfoSCHUL-Projekt,
dass die Selbstverständlichkeit der PC- und Internetnutzung über den engeren
Informatik- und Mathematikbereich hinaus größer wird und die PC-Ausrüstung
eine vielfältigere fachlich-unterrichtliche Nutzung erfährt als es bisher der
Fall war. In Ansätzen konnte dies auch schon angestoßene werden, obwohl noch
parallel zur endgültigen Konfiguration der Netzwerke in der Schule breitere
Information und Kompetenzvermittlung erfolgen muss, was in der derzeitigen
Situation extremer Unterversorgung mit Fachlehrern und der damit verbundenen
Mehrbelastung der Kolleginnen und Kollegen auf enge Grenzen stößt.
Der
Leistungskurs Erdkunde als hauptsächlicher Träger der InfoSCHUL-Beteiligung
entwickelt vielfältige eigene Initiativen und steht den veränderten
Unterrichtsformen unter Einbeziehung der PC-Arbeit sehr aufgeschlossen entgegen.
Die Schülerinnen und Schüler erwarten einen vielfältigeren und eigenständigeren
Arbeitsablauf und beruflich verwertbare Erfahrungen mit der PC- und
Internetarbeit.
Der Kursleiter
des Erdkunde-Leistungskurses teilt die Erwartungen seiner Schülerinnen und Schüler,
sieht aber auch die Probleme dieser Arbeitsform, die nachfolgend noch
thematisiert werden. Vor allem erwartet er positive Ergebnisse durch eine
Informations- und Arbeitsvernetzung, die über die eigene Schule hinaus stabile
Kommunikationswege erschließt, die nicht nur einseitig auf Rechereche, sondern
interaktiv auf Informationsaustausch hin zielen. Dies sieht er als wesentliche
Perspektive, Unterricht und UNESCO-Projekt-Schul-Arbeit zu integrieren und
gegenseitig fruchtbar zu machen.
3.5 Einschätzung
von Chancen und Risiken: Erste Erfahrungen
Die
Chancen des InfoSCHUL-Projektes
wie sie von den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern gesehen werden ergeben sich
schon aus den geschilderten Zielsetzungen und werden in Hinblick auf längerfristige
Perspektiven noch unter 3.6 erweitert. Wesentliche Stichpunkte zu den Chancen
sind:
Vermittlung neuer und berufliche
wichtiger Qualifikationen
Überdenken der methodischen
Curricula in der Schule
Erprobung und Implantation fächerübergreifender
Vermittlungskonzepte
Verbesserte Motivation in der
unterrichtlichen Arbeit
Aktuellerer Stand der fachlichen
Informationen und Daten
Breiteres Text- und
Materialangebot
Erprobung und Förderung
kritischer Rezeptionszugänge zum Internet-Angebot
Die Risiken
des Arbeitens nach den Vorgaben und Konzepten des InfoSCHUL-Projektes
sollten aber auch nicht übersehen werden:
Durch erhebliche Redundanzen in der
Materialrecherche und durch regelmäßige technische Probleme sowohl im eigenen
PC-Intranet wie im Internet selbst, kann von einer Zeitersparnis gegenüber
traditionellen Unterrichtsformen nur sehr begrenzt die Rede sein.
Ohne Netzwerkadminstrator sind vor allem
selbständige und arbeitsteilige Arbeitsformen kaum durchführbar; es geht
viel zu viel Zeit im ‚trouble shooting‘
drauf.
Die vollständige EDV-/PC-Ausrüstung der
Schulen ist und bleibt Utopie; man muss ständig technische oder
zeitlich-stundenplanbedingte einschränkende Kompromisse in Kauf nehmen.
Die Fähigkeit zur Teamarbeit im Kollegium
ist ohnehin nur begrenzt; wenn neue Technologien ins Spiel kommen, reduziert
sich der aktive Kreis von Kolleginnen und Kollegen noch weiter. Das zu ändern,
ist ein wichtiges Ziel des InfoSCHUL-Projektes.
Schülerinnen und Schüler
neigen dazu, was für ihre Motivation durchaus zu nutzen ist, Internet-Arbeit
vor allem unter spielerischem Aspekt zu sehen; Unkonzentriertheit und
unkritischer Umgang mit den Medien und Informationen sind die Folge. Ohne
systematische Führung und Kontrolle sind die Arbeitsergebnisse unqualifizierter
und unselbständiger als bei
traditioneller Buch- und Bibliotheksarbeit, was durch mögliche größere
Aktualität nicht ausgeglichen wird.
Für politische
und aktuell-gesellschaftliche Themen
bietet die Internet-Arbeit große Vorteile. Diese beschränken sich aber ganz
erheblich bei im Gymnasium ebenso notwendigen Frageansätzen, die historische
Spezialinformationen, Bezüge zur
kulturellen Allgemeinbildung, Einbeziehung
klassischer und grundsätzlicher wissenschaftlicher Texte sowie theoretischer
Konzeptionen und Paradigmen verlangen. Das Angebot der Hochschulen ist noch
sehr uneinheitlich und fachlich unausgewogen. Zwar können Universitätsbibliotheken
zumindest in Teilen ihrer Bestände recherchiert werden, doch ist dann eine
konkrete materiale Bibliotheksarbeit noch immer der Weg der ersten Wahl. Es ist
daher Aufgabe des Unterrichtes, die verschiedenen Arbeitsformen in ein
ausgewogenes und zielorientiertes Gleichgewicht zu bringen, ohne in eine oberflächliche
Internet-Euphorie zu verfallen.
3.6 Perspektivplanung
1.
Die Kontakte nach Polen und zur Istanbul Lisesi werden über das
Schuljahr hinaus fortgeführt und ausgewertet. Dabei sollen Publikationen
vorbereitet werden. Eine darauf bezogene Türkei-Reise mit Schülerinnen und Schüler
der Bismarckschule Hannover ist für die Osterferien 2002 in Planung.
Die Planungen mit inhaltlichen wie organisatorischen Einzelheiten sind
unter www.Bismarckschule.de im
Internet-Auftritt der Schule nachzulesen. Unter Einbeziehung der Deutsch-Türkischen
Vereinigung zum sozial- und geisteswissenschaftlichen Austausch (DTA), Hannover,
sollen weitere inhaltliche Kontakte zu anderen Schulen in der Türkei geknüpft
werden, um dadurch zu einem stabilen deutsch-türkischen Bildungsnetzwerk zu
gelangen. Kontakte zu türkischen Hochschulen und vor allem Hochschullehrern im
gesellschaftswissenschaftlichen Bereich sowohl an staatlichen wie an
Stiftungsuniversitäten werden derzeit geknüpft und auf ihre Einbeziehung in
die schulische Arbeit zum Thema Türkei geprüft. Bei Studienfahrten in die Türkei
sind solche menschlichen Kontakte von großer Bedeutung. Dies entspricht unseren
Aktivitäten im Kontakt mit Polen und der Pflege einer Schulpartnerschaft mit
Poznan/Posen, die wie die Schulpartnerschaft mit der Istanbul Lisesi seit
nunmehr über 15 Jahren besteht. Auch hier konnte über die Deutsch-polnische
Gesellschaft Hannover, e.V., ein dichtes Netzwerk persönlicher und
freundschaftlicher Kontakte geknüpft werden, die über den schulischen Bereich
auch und gerade Hochschulkontakte pflegt. Die schon erwähnte Studienfahrt nach
Kraków im Herbst 2001 im Rahmen des InfoSCHUL-Projektes
konnte gerade durch den Kontakt zur Universität Kraków profitieren und
fachlich anspruchsvoll ausgestaltet werden. Wir versprechen uns von der
Umsetzung der Zielsetzungen des InfoSCHUL-Projektes
eine neue, aktuellere Qualität der Zusammenarbeit und der gegenseitigen
Vernetzung der Aktivitäten, von der auch das nachfolgende Langfristprojekt
profitieren soll.
2.
Für die kommenden Jahre (ab 2003) soll als Fortsetzung des Projektes
eine internationale Jugendbegegnung in der Jugendbegegnungsstätte Kreisau in
Polen vorbereitet werden.
4. Kostenplan
Die Kosten der Teilnahme am InfoSCHUL-Projekt,
die aus den zur Verfügung gestellten Mitteln zu bestreiten sind, können an der
Bismarckschule Hannover noch nicht zufriedenstellend beziffert werden, da hier
die Planung noch nicht abgeschlossen ist. Gespräche mit der Schulleitung und
mit den parallelen PC-/NT-Projekten sind bis zum Halbjahreswechsel vorgesehen.
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